Verschwörungstheorie?
24 Jun 2019
Das alternative Skripal-Narrativ
Der Autor dieses Textes bietet eine interessante alternative Erklärung der Skripal-Affaire an, die viele Ungereimtheiten und offenkundige Falschdarstellungen seitens der britischen Behörden und der Medien in einem anderen Licht erscheinen lassen. Wir erfahren hier viel über mögliche Hintergründe und Ursachen, die man so noch nicht miteinander in Verbindung gebracht präsentiert bekommen hat. Von Michael Antony
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Diese Videoaufnahmen der Polizei von London zeigen Ruslan Boshirov und Alexander Petrov, die den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal vergiftet haben sollen. (Foto: Metropolitan Police)

Der jüngste Leckerbissen, der uns von Bellingcat (der angeblich dem MI6, dem britischen Auslandsgeheimdienst nahe steht­) verabreicht wurde, nämlich, dass in der Nacht vom 4. März 2018 ein dritter russischer Agent auf dem Flug von Heathrow nach Moskau gebucht war, welcher dann aber nicht erschien [1] – jener Flug, welcher von den beiden in Salisbury gefilmten mutmaßlichen Offizieren des russischen Militär-Nachrichtendienstes GRU genommen wurde – weist auf eine mögliche Auflösung des verwirrenden Skripal-Puzzles hin.


Was wäre, wenn der dritte Mann, oder vielleicht besser der Mann, der seinen Platz einnehmen sollte, zu jenem Zeitpunkt im Salisbury Hospital mit einer Opiatvergiftung im Koma lag? Was wäre, wenn Sergei Skripal ein Triple-(Dreifach)-Agent war, der versuchte, zurück nach Russland zu fliehen, um der Welt die Wahrheit über das Steele-Dossier (mit dem die Russen angeblich Donald Trump erpressen haben sollen. Anm. d. Red.) zu sagen, das er als skurrilen, obszönen Witz mit ausgeheckt hatte und das unerwartet zur neuen Bibel der wahnsinnigen Kriegspartei in Washington geworden war? (Gemeint sind die Untersuchungen gegen Trump in Bezug auf eine russische Einflussnahme u. Mithilfe im Präsentschaftswahlkamp sowie eine Erpressbarkeit von Trump durch die Russen wegen angeblicher Prostituiertengeschichten in Moskau. Anm. d. Red.)


Dies ist die alternative Erzählung, die ich hier im Detail erläutern werde, damit der Leser sich ein Bild davon machen kann, ob sie eine plausiblere und schlüssigere Geschichte abgibt als der Mischmasch aus Unwahrscheinlichkeiten, Absurditäten und Widersprüchen der britischen Polizei und des MI6 [2]. Natürlich müssen in Ermangelung der gesamten Fakten manchmal die Lücken mit einfallsreicher Rekonstruktion geschlossen werden. Aber es geht hier auch eher darum, zu verstehen, wie viele der heiklen Probleme, die sich aus den verfügbaren Fakten ergeben, durch diese Erzählung eher gelöst werden können, als durch das offizielle Narrativ.  


Es ist nicht wichtig, ob Skripal von Anfang an ein Triple-Agent war (d.h. ein Spitzel, der bei einem Agenten-Austausch rübergeschickt wurde, einer klassischen Art der Infiltration des Feindes während des Kalten Krieges). Oder ob er zu einem Triple-Agent wurde, als er erkannte, wie wichtig dieses groteske Steele-Dossier geworden war und wie viel die Russen ihm zahlen würden, damit er zurückkommt und das Dossier zerstört.


Es gibt Beweise (der Bericht über sein Telefonat im Jahr 2012 mit seinem alten Schulfreund Vladimir Timoshkov fand drei Wochen nach der Vergiftung weite Verbreitung in den britischen Medien [3]), die vermuten lassen, dass er als simpler bezahlter Verräter begann. Enttäuscht über den Zusammenbruch der UdSSR zu einem von Jelzins Mafiakumpeln geführten, kapitalistischen Gangsterstaat, entschied er, dass er davon genauso gut profitieren könnte, indem er die Leiche dessen, was einmal sein Land war, an den Meistbietenden verkauft.


Die Russen schienen ihn für nicht viel mehr als einen gewöhnlichen Kriminellen zu halten (für den sie eine Gefängnisstrafe von 13 Jahren für angemessen hielten, anstelle der Todesstrafe, die er in den USA wegen des Verrats an 300 Agenten erhalten hätte [4]), sonst hätten sie ihn nicht sechs Jahre in ihrer Gefangenschaft überleben lassen. Vielleicht haben sie ihm, als sie ihn bei einem Agentenaustausch ausgewechselt haben, einen Wink gegeben und gesagt: „Da du nur eine geldgierige Hure bist, lass es uns wissen, wenn du mit interessanten Dingen von der Arbeit für den MI6 zurückkommen willst, und wir werden über den Preis reden.“


Zwei Männer im Pub

Er lernte dieses interessante Zeug bald kennen, als er nach Salisbury geschickt wurde, der Heimatstadt seines MI6-Rekrutierers und Agentenführers Pablo Miller. Miller hatte ihn 1995 in Spanien angeworben und später von Estland aus geführt, als er dort als Diplomat eingesetzt war. [5] Es ist ein bisschen zuviel verlangt zu glauben, dass Skripals Umzug nach Salisbury ein Zufall war. Die beiden Männer wurden wieder Freunde, trafen sich regelmäßig im Pub, und es gibt allen Grund zu der Annahme, dass Miller seine Rolle als Agentenführer wieder aufnahm.


Miller arbeitete nun für Christopher Steele, seinen alten Chef beim MI6, in dessen privater Geheimdienstagentur ­Orbis Business Intelligence, die ihren Sitz in Mayfair hat. Das ist eine dieser privaten Geheimdienst-Klitschen, die von Ex-Spionen jener Art betrieben werden, für die Litvinenko früher gearbeitet hat. Genauso wie Litvinenko Lugovoi (sein angeklagter Attentäter) dazu brachte, ihm mit sorgfältig ausgewählten Informationen über russische Geschäftsleute auszuhelfen, da dieser die aktuelleren Erkenntisse hatte, genauso könnte Miller Skripal in gleicher Weise benutzt haben.


Skripals Hilfe spielte eine zentrale Rolle, als Steele von der Demokratischen Partei den Auftrag erhielt, russischen Dreck über Donald Trump auszugraben, und sie mussten sich eine GRU-Geschichte mit Donald und einigen Prostituierten in einem Moskauer Hotel ausdenken. Miller, der alte Russland-Hase, würde einen guten Teil der Arbeit für dieses Dossier geleistet und all die authentischen Details benötigt haben, die sein russischer Agent ihm liefern konnte. Vielleicht war es Skripal, der sich das Szenario ausdachte, dass Trump Prostituierte dazu brachte, auf jenes Bett zu urinieren, in dem die Obamas geschlafen hatten, was dann mit versteckten Kameras gefilmt wurde. Zumindest hat er der Sache seine Handschrift verliehen, die es wie eine typische GRU-Erpressungsmasche aussehen ließ, mit der man jemanden in einen Agenten verwandeln könnte. Und diese obszöne Fiktion, der Kern des Steele-Dossiers, wurde zur Grundlage des Neocon-Märchens, dass Trump ein russischer Handlanger sei – die wahnwitzige Grundlage der komplett wahnsinnigen Mueller-Untersuchung zur „russischen Verschwörung“. [6]


Das obszöne Evangelium der US-Kriegstreiber

Als Sergei Skripal, der Söldner, die enorme Bedeutung erkannte, die dieses absurde, obszöne Steele-Dossier angenommen hatte, nämlich, dass das Dossier für die gesamte Anti-Trump-, Anti-Russland-Kriegspartei in Washington zum Evangelium geworden war, begann er zu erkennen, wie viel es dem russischen Staat wert sein könnte, das Dossier in der Luft zu zerreißen. Wenn er in einer russischen Talkshow zur Hauptsendezeit beschreiben würde, wie er sich diese obszönen Details bei einem Bier mit Miller und Steele in einem Pub ausgedacht hatte, dann würde nicht nur ganz Russland vor Lachen auf dem Boden liegen. Dann würden in Washington Köpfe rollen. Die Neocon-Kriegspartei würde zur Lachnummer werden. Der MI6 würde aus der Stadt gejagt werden. Steele könnte mit einer Anklage des FBI wegen Meineids konfrontiert werden. Der CIA könnte das Budget gekürzt werden. Trump könnte wieder in der Lage sein, mit Putin zu sprechen. Und die Belohnungen für Sergei könnten beträchtlich sein. Nicht nur, dass er seine 90-jährige Mutter wiedersehen könnte; vielleicht bekäme er sogar eine schicke Villa mit Meerblick auf der Krim oder in Sotschi, anstelle dieses feuchten, schäbigen Reihenhauses im trüben Salisbury.


War es Sergei, der dieses Thema mit Yulia (seiner Tochter. Anm. d. Red.) bei einem ihrer Besuche in Großbritannien zur Sprache brachte, oder wurde sie von der GRU angeheuert, um ihn dazu zu verleiten? Ich wette auf Letzteres, denn nach der Vergiftung behauptete ihre Cousine Viktoria, dass Yulias neuer Freund und dessen Mutter beide für die russischen Geheimdienste arbeiteten (bevor sie aus dem Blickfeld gerieten). [7] Da Sergeis sämtliche Kommunikation vom MI6 überwacht wurde, war seine einzige Möglichkeit, mit der GRU zu sprechen durch seine Tochter, die wieder in Russland lebte, aber nach Großbritannien reisen konnte. Durch sie muss es ihm gelungen sein, einen Deal für seine Rückkehr auszuhandeln.


Irgendwie bekam der MI6 Wind von ihren Plänen – vielleicht war Yulia, die keine ausgebildete Spionin ist, etwas naiv oder nachlässig mit Abhörgeräten. Steele kam zu der Überzeugung, dass sie einen Fluchtplan für Sergei gemacht hatten, der bei ihrem nächsten Besuch in Salisbury ausgeführt werden sollte.


Die russische Interessenlage

Die Sache, die beweist, dass dies ein britisches Verbrechen war und kein russisches, ist die Tatsache, dass Yulia ein Hauptziel war. Die Russen hatten keinen Grund, sie zu eliminieren, aber wenn doch, hätten sie es in Russland mit einem einfachen Verkehrsunfall tun können, bei dem keine Fragen gestellt worden wären. Nur die Briten mussten es in Großbritannien tun, da sie nicht über die Ressourcen verfügten, um es in Russland zu tun.


Und wenn sie nicht das Hauptziel war, sondern ein Kollateralschaden, warum wurde Sergei nicht angegriffen, als er allein war? Warum darauf warten, dass sie ihn besucht? Die Tatsache, dass sie beide am Tag nach ihrer Ankunft in Großbritannien ins Visier genommen wurden, zeigt die Handschrift des MI6. Sie war eine Gefahr für den MI6, weil sie von Sergeis Plan wusste, nach Russland zurückzukehren und das Steele-Dossier zu vernichten, und sie musste daran gehindert werden, dies der Welt zu enthüllen, wenn er getötet worden war. Sie mit zum Schweigen zu bringen, war für den MI6 genauso wichtig, wie ihn zum Schweigen zu bringen.


Sich vorzustellen, dass Putin die Ermordung eines alten Doppelagenten anordnen würde, den er sechs Jahre lang im Gefängnis festgehalten (mit reichlich Möglichkeiten, sein Ableben zu arrangieren) und dann begnadigt und bei einem Agentenaustausch ausgewechselt hatte (was zu den Regeln des Spionagespiels gehört, auf denen auch sein eigenes Leben beruhte), ergibt keinen Sinn. Und das eine Woche vor den russischen Wahlen und drei Monate vor der Fußballweltmeisterschaft in Russland, die – so Putins Hoffnung – Russland in die Gemeinschaft der Nationen zurückführen würde. Das barg nur große Risiken für einen vernachlässigbaren Nutzen, und Putin geht keine sinnlosen Risiken ein, wie seine konsequente Umsicht in Syrien gezeigt hat, selbst als seine Streitkräfte angegriffen wurden.


Qui bono?

Vergleichen Sie die enormen Vorteile, die dieses Verbrechen Großbritannien gebracht hat. Diese Ermordung (die es eigentlich hätte sein sollen) gab dem MI6 eine perfekte Gelegenheit, die Schuld auf die Russen zu schieben und einen neuen antirussischen Rausch zur Sabotage ihrer feierlichen Fußballweltmeisterschaft auszulösen (vom britischen Außenminister wurde sie mit Hitlers Olympischen Spielen verglichen [8]). Es würde außerdem der EU den Wert Großbritanniens als Anti-Putin-Cheerleader zeigen, indem es Europa und Großbritannien in einer antirussischen Hasswoche zusammenbringt, um von ihren Brexit-Streitigkeiten abzulenken und ein gespaltenes Parlament hinter einer handlungsunfähigen Führerin zu vereinen.


Sie hofften, dass es die Nordstream2-Gaspipeline zum Scheitern bringen würde, ein vorrangiges Ziel des US-Neocon-Plans, um die russische Wirtschaft zu ruinieren, das „Regime“ zu stürzen und das Land zu zerschlagen – Ziele, die der MI6 uneingeschränkt teilt, wie ihr Propagandaflügel, die Integrity Initiative, inzwischen deutlich gemacht hat. [9]


Tatsächlich stammen die Pläne des MI6, auf die völlige Isolation und den wirtschaftlichen Ruin Russlands einschließlich sportlicher Verbote und der Beendigung des Kulturaustauschs hinzuarbeiten, aus dem Jahr 2015 und wurden kürzlich von Anonymous geleakt.


Das enorme Übergewicht eines Motivs auf britischer Seite sowie das geringe Risiko, ein solches Verbrechen auf eigenem Territorium durchzuführen, mit einer unterwürfigen Presse, einer gehirngewaschenen Öffentlichkeit und einer zahmen Polizei, weisen deutlich auf den MI6 als Täter hin.


Steele wandte sich wahrscheinlich an seine CIA-Freunde, um Vorschläge dafür zu erhalten, wie man Russland die Schuld unterschieben könnte. Sie haben sich Novichok ausgedacht. Dieses Nervengas, das von einem sowjetischen Chemiker erfunden wurde, der später in die USA übersiedelte und die Formel veröffentlichte, [10] konnte Russland als einzigartige russische „Chemiewaffe“ untergeschoben werden. Einerlei, dass jedes anständige Labor es produzieren könnte, wie ein Chemieprofessor an der Cornell Universität bezeugt hat. Einerlei, dass das von Briten erfundene Nervengas VX benutzt wurde, um den Halbbruder von Kim Jong-Un auf dem Flughafen von Kuala Lumpur zu ermorden, ohne dass Malaysia aufschrie, dass Großbritannien es getan haben muss. Bei Russland ist das anders. Hysterischer Hass gegen Russland kann augenblicklich von den vom MI6 kontrollierten Medien und von den vom MI6 gehirngewaschenen Politikern entfacht werden. Jeder, der an der Schuld Russlands zweifelt, kann als Putin-Handlanger verunglimpft werden. Ob das Novichok per Kurier aus den USA geschickt oder in Porton Down produziert wurde, ist unwichtig. Entscheidend ist, dass der Versuch des MI6, die Skripals mit Novichok zu töten, katastrophal scheiterte.


Die Bedeutung der Verpackung

Nehmen wir die berühmte mit Novichok verunreinigte Nina Ricci Parfümflasche, die von einem Obdachlosen in einem Mülleimer oder Spendencontainer gefunden und Wochen später seiner Freundin gegeben wurde, die tragischerweise starb, nachdem sie es sich auf das Handgelenk gesprüht hatte.


Die Polizei/MI6 Geschichte dazu ist, dass diese Parfümflasche verwendet wurde, um das Novichok aus Russland im Gepäck eines der mutmaßlichen GRU-Männer zu transportieren, die von Überwachungskameras in Salisbury gefilmt wurden. Das Novichok wurde dann auf den Türgriff des Skripal-Hauses gesprüht. Die Attentäter warfen die Flasche (von der sie wussten, dass sie genug Novichok enthielt, um weitere Menschen zu töten) dann herzlos in einen Mülleimer oder Spendencontainer und zeigten damit ihre Gleichgültigkeit über menschliche Verluste sowie ihre Gleichgültigkeit über Spuren, die sie überall und nirgends hinterließen.


Bei dieser Geschichte gibt es einige Probleme. Der Obdachlose behauptete, er habe die Parfümflasche noch in ihrer mit Zellophan versiegelten Packung gefunden, was beweist, dass sie nicht wieder geöffnet wurde, nachdem sie mit Novichok versetzt und professionell neu verpackt worden war. Die Flasche konnte daher nicht (wie behauptet) dazu verwendet worden sein, das Novichok auf den Türknauf zu sprühen, sonst wäre die Zellophanverpackung geöffnet gewesen.


Attentäter weit weg von zu Hause tragen normalerweise keine Zellophan-Verpackungsmaschinen mit sich herum, um geöffnete Parfümflaschen neu zu verpacken, besonders wenn sie diese einfach wegschmeißen wollen. Auch würden sie nicht das Risiko eingehen, nachdem sie einen separaten Zerstäuber auf die Flasche gesetzt und den Türknauf besprüht hatten, diesen zu demontieren, um ihn wieder in die Verpackung zu stecken, wissend, dass ein Tropfen auf ihrer Haut sie töten würde. Und wo würden sie diese heikle Operation durchführen? Auf der Straße? Die vergiftete Parfümflasche wurde daher nicht wieder geöffnet, nie benutzt und schadete niemandem, bis sie in den Händen des Obdachlosen landete. Also, für wen oder was war sie bestimmt?


Damenparfümflaschen sind in der Regel für Frauen gedacht. Wie viele Frauen gibt es in dieser Geschichte? Nur eine. Die einzig mögliche Erklärung für die Existenz dieser ungeöffneten, unbenutzten mit Novichok verunreinigten Flasche Parfüm ist, dass es sich um ein vergiftetes Geschenk für Yulia Skripal handelte. Warum hat sie das Geschenk nicht geöffnet? Weil sie einen Spion als Vater hatte, der einen Blick darauf warf und sagte: „Nicht anfassen!“


Das vergiftete Geschenk

Hier ist also die alternative Erzählung: MI6 hatte die glänzende Idee, Novichok in eine Nina Ricci Parfümflasche zu stecken und sie Yulia Skripal als Geburtstagsgeschenk ins Haus ihres Vaters zu schicken. Ihr Geburtstag war am 17. März, aber das Geschenk wurde wahrscheinlich am 3. März, dem Tag ihrer Ankunft, zugestellt, um ihren Fluchtplan im Keim zu ersticken. Es sollte wie ein Geschenk ihrer Familie oder ihres Freundes wirken.


Zweifellos hatte das Paket russische Stempel, die den Verdacht auf den russischen Staat lenken sollten, hätte man die Skripals tot in ihrem Haus mit einer offenen Parfümflasche in Yulias Händen gefunden.


Zum Leidwesen des MI6 warf Sergei nur einen Blick auf diese Nina Ricci Parfümflasche und seine Spionage­instinkte haben die Gefahr gerochen. Er weigerte sich, sie zu öffnen, machte aber stattdessen einen langen Spaziergang und warf sie auf halbem Weg durch die Stadt in einen Mülleimer oder Spendencontainer. Dort wurde sie von dem obdachlosen Mann gefunden und seiner Freundin gegeben, die dadurch Opfer der mörderischen Herzlosigkeit des MI6 wurde.


Selbst nachdem der MI6 wusste, dass die Flasche verschwunden war, warnten sie die Öffentlichkeit nicht, sich vor dem Aufheben einer Nina Ricci Parfümflasche zu hüten, weil sie sich nicht als die Attentäter zu erkennen geben wollten.


Der dritte Mann

Das Versagen, die Skripals mit der Parfümflasche zu töten, muss den MI6 alarmiert haben. Sie verfolgten das Paar am nächsten Tag durch Salisbury. Wohin gingen sie? Wir können nicht sicher sein, da wir nicht das gesamte CCTV-Material (CCTV, Closed Circuit Television = Videoüberwachungsanlage, d. Red.) erhalten haben. Aber lassen Sie uns ein paar phantasievolle Rekonstrutionen vornehmen, um die Lücken zu schließen.


Das Auto der Skripals machte einige unerklärliche Fahrten Richtung Stadtrand. Die beiden mutmaßlichen GRU-Männer, die von den Überwachungskameras in Salisbury gefilmt wurden, gingen ebenfalls in einige rätselhafte Richtungen; ohne die Spur eines Beweises kamen sie dem Haus der Skripals näher als einen halben Kilometer. Was wäre, wenn sich die beiden unerklärlichen Wege gekreuzt hätten? Nicht unbedingt zur selben Zeit, aber am selben Ort.


Was wäre, wenn sie sich wie bei diesem abgenutzten alten Klischee in Spionagethrillern am toten Briefkasten, dem diskreten Lieferort für ein Paket, getroffen hätten? Das Loch-in-einer-Gartenmauer, gerade groß genug, um etwas zu verbergen? Ein Mossad-Spion, der das britische Polizeinarrativ kommentierte, sagte, dass kein GRU-Attentatsteam jemals direkt aus Russland mit russischen Pässen eingeflogen wäre. Aber ein Support-Team, das ein Paket liefert? Warum nicht? Was hätten sie riskiert?


Nun, was müsste die GRU Sergei Skripal liefern, um ihm zu helfen, von Großbritannien nach Russland zurückzukehren? Offensichtlich einen Reisepass. Sobald er an seiner Loyalität zweifelte, würde der MI6 ihn auf eine Beobachtungsliste am Flughafen setzen. Er hätte einen Pass mit falschem Namen gebraucht, um herauszukommen, und vielleicht ein Flugticket nach Moskau mit gleichem Namen, damit er keine Internetbuchung hätte vornehmen müssen, die leicht hätte ausspioniert werden können. Aber der Reisepass durfte nicht leer sein. Es brauchte ein britisches Visum und einen Einreisestempel. Der dritte russische Agent, von dem Bellingcat uns jetzt erzählt, dass er nicht zum Rückflug nach Moskau erschien, hatte die Absicht, seinen Sitzplatz an Sergei Skripal abzugeben, der den Pass mit dem Visum benutzen würde, mit welchem er selbst einige Tage zuvor eingeflogen war (von seinen beiden Kollegen am selben Tag im toten Briefkasten für Sergei hinterlegt). Entweder Sergei und der dritte Mann hatten ausreichend körperliche Ähnlichkeit oder die Passfotos wurden von einem erfahrenen Fälscher in London ausgetauscht. Obwohl Sergei jetzt einen brauchbaren Reisepass hatte, wurde er leider erwischt, bevor er es zum Flug schaffte.


Der MI6 wusste nach dem Scheitern des Versuchs mit der Parfümflasche, dass sie schnell handeln mussten, um die Skripals von der Fahrt zum Flughafen abzuhalten. Sobald sie die Paketzustellung am toten Briefkasten beobachteten, würden sie ahnen, dass es sich um einen Reisepass handelt. Es gab jetzt keine Chance mehr, Novichok zu benutzen. Dass die Skripals nach Hause zurückkehren und eine Tasche packen würden, war unwahrscheinlich, also mussten sie an einem öffentlichen Ort ausgeschaltet werden. Novichok zu benutzen und das Leben von Dutzenden anderer Menschen zu riskieren, war selbst für den MI6 zu viel. Also beschlossen sie, sie auf der Straße mit einem Opiat wie Fentanyl zu besprühen und später Novichok zu den Blutproben hinzuzufügen, die sie zur Analyse nach Porton Down geschickt hatten (natürlich ohne eine kontrollierte Beweismittelkette – außer ihrer eigenen).


Ein bemerkenswerter Zufall

Wir wissen wegen eines einfachen Vorfalls – einer Nachlässigkeit – dass die Skripals mit einem Opiat und nicht mit einem Nervengas ausgeschaltet wurden. Die erste Person am Tatort, als die Skripals auf ihrer Bank zusammenbrachen, war eine Krankenschwester der Armee, die Chief Nursing Officer der britischen Armee (die Verantwortliche für das gesamte Krankenpflegepersonal der britischen Armee, d. Red.) Colonel Alison McCourt, begleitet von ihrer jugendlichen Tochter Abigail.


Glaubt jemand, dass sie dort zufällig war und nicht als Teil des MI6-Teams, das den Skripals folgte und das nach einer Möglichkeit suchte, sie diskret zu betäuben?


Nun hatte Colonel McCourt sowohl mit Ebola in Sierra Leone langjährige Erfahrung, als auch mit der Gefahr von Chemiewaffen während ihres Einsatzes im Irak, wo der Schutz vor Nervengas hohe Priorität hatte. Sie kannte die enormen Vorsichtsmaßnahmen, die erforderlich sind, um sich dem Opfer eines Nervengiftangriffs zu nähern. Doch Colonel McCourt ermutigte ihre Tochter, zu den zusammengebrochenen Skripals zu eilen und mit der ersten Hilfe zu beginnen. Etwas sehr Gefährliches, wenn ein Nervengas verwendet worden wäre. Später schlug sie Abigail sogar für eine Medaille für Heldentum wegen ihrer Aktion vor, weshalb sie in die Zeitung kam.


Woher wusste Colonel McCourt, dass bei den Skripals kein Nervengas eingesetzt wurde? Konnte sie erkennen, dass sie keine Anzeichen einer Nervengasvergiftung zeigten oder war sie Teil des Teams, welches sie mit Opiat eingesprüht hatte? Würde sie ihrer Tochter erlaubt haben, die Skripals zu berühren, wenn sie sich nicht auf die eine oder andere Weise sicher war, dass kein Nervengas vorhanden war? Das ist das, was man als „smoking gun“ bezeichnet.


In den Mainstream-Medien herrscht außergewöhnliches Schweigen über die Tatsache, dass keiner der Ersthelfer oder des Personals des Salisbury Hospitals in irgendeiner Weise von dem weltweit tödlichsten Nervengas betroffen war, obwohl mindestens zwei Tage lang keine Vorsichtsmaßnahmen dagegen getroffen wurden.


Die Krankenschwestern nahmen an, dass sie es mit einer Opiatüberdosis zu tun hatten. Als die Ergebnisse der Bluttests von Porton Down kamen und zeigten, dass Novichok in den Blutproben vorhanden war, wurden die Schutzanzüge angezogen und das Krankenhaus ging angeblich in den Panikmodus. Wir können davon ausgehen, dass das meiste davon eine Farce war.


Sergeant Bailey, der angeblich mit Novichok verseucht wurde, obwohl die Polizei sich nicht entscheiden kann wo, erinnert sich in dem im November gezeigten Panorama-BBC-Film, dass die Krankenschwestern, die sich um ihn kümmerten, volle Schutzanzüge trugen, aber seine Frau und seine Kinder ohne jeglichen Schutz hereinspazierten, um ihn zu sehen. Offensichtlich waren die Krankenschwestern an einer vom MI6 vorgeschriebenen Scharade beteiligt, konnten es aber nicht ertragen, sie seiner Familie aufzuzwingen, weil sie wussten, dass es kein Novichok gab.


Bailey, zweifellos auch mit einem Opiat betäubt, war als vorgetäuschtes britisches Opfer ausgewählt worden, um noch mehr Empörung über Russland aufzuwirbeln und einen weiteren gefälschten Beweis dafür zu liefern, dass Novichok verwendet wurde, was man wegen des völligen Fehlens von Kontaminationen bei den Menschen mit Erstkontakt in Zweifel ziehen kann. Als Teil dieses Affenzirkus wurden alle Möbel und Besitztümer des armen Mannes von den herzlosen Wüstlingen des MI6 zerstört, wie er unter Tränen berichtete, um weiteren irrationalen Hass auf Russland zu schüren – den die britische Öffentlichkeit, die am meisten gehirngewaschene Bevölkerung auf der Welt, wie auf Zuruf lieferte.


Das russische Spionagehandbuch

Das Scheitern des Attentats mit der Parfümflasche und die Notwendigkeit, die Drogen zu wechseln und ein Opiat anstelle von Novichok zu verwenden, ließen den MI6 und die Polizei natürlich mit der Aufgabe zurück, zu erklären, wie das Phantom-Novichok verabreicht wurde.


Die absurde Geschichte, die sie sich schließlich ausgedacht haben, dass das Gift mit der Parfümflasche auf den Türgriff der Skripals gesprüht wurde, hat außer den gehirngewaschenen Massen niemanden überzeugt.


Auch die Geschichte des Außenminister-Clowns (Boris Johnson, Anm. d. Red.), dass der MI6 ihm ein russisches Spionagehandbuch gezeigt habe, in dem beschrieben werde, wie ihre Spione kürzlich geübt hätten, Novichok an Türgriffen anzubringen (eine technische Fertigkeit, die offensichtlich Wochen der Ausbildung erfordert und kurz davor stand, massenhaft auf Großbritanniens ahnungslose Türklinken losgelassen zu werden), er aber leider dieses Handbuch nicht präsentieren konnte, da es als geheim eingestuft wurde, erzeugte bei den Leuten nur brüllendes Gelächter. Es war eines Monty-Python-Sketches würdig, was die Russen, die große Fans von britischen Komödien sind, sicher zu schätzen wussten.


Der Gedanke, dass Attentäter am hellichten Tag zur Haustür eines Reihenhauses gehen können, einer Tür mit klaren Glasscheiben in der Mitte und auf beiden Seiten, so dass jeder draußen vom Flur aus sichtbar ist, und den Türknauf mit Novichok besprühen, während die Skripals drin waren und ihr Auto in der Einfahrt stand, ist einfach nicht zu glauben. Diese professionellen Attentäter hatten nicht einmal ein Auto oder wenigstens Fahrräder, um zu verschwinden, sollten sie gesehen werden. Und die beiden polizeilichen Versionen über die Zeit, zu der die Angreifer dies taten, zuerst um 9.15 Uhr, bevor die Skripals ihr Zuhause verließen, und dann um 13.30 Uhr (nachdem die Polizei ihren Zeitplan an den Zugplan der beiden von den Überwachungskameras gefilmten Russen angepasst hatte), ergeben beide eine mehrstündige Verzögerung, bevor dieses tödliche Nervengas an jenem Nachmittag um 16.15 Uhr seine Wirkung entfaltete.


Wir sind aufgefordert zu glauben, dass zwei Menschen sehr unterschiedlicher Größe, ein 66-jähriger Mann und ein halb so altes Mädchen, entweder sieben Stunden oder drei Stunden nach der Vergiftung mit einem tödlichen Nervengas „militärischer Qualität“ gleichzeitig bewusstlos wurden. Warum dieser verzögerte Effekt? Wäre dies in einer chemischen Waffe auf dem Schlachtfeld nützlich, den Feind für mehrere Stunden aktiv sein zu lassen? Und wie bekommt man einen gleichzeitigen Zusammenbruch viele Stunden später? Keine Erklärung dafür. Und falls Novichok benutzt wurde, um die Skripals anzugreifen, warum war Abigail McCourt nicht betroffen, als sie ihnen Erste Hilfe leistete, und warum erlaubte ihre hochqualifizierte Armeeschwester-Mutter ihr, die Opfer eines tödlichen Nervengiftes zu berühren?


Anti-russische Gehirnwäsche

Die intelligenten Menschen, die im Salisbury Hospital arbeiten, konnten unmöglich mit dieser grotesken Täuschung, die vor Unmöglichkeiten strotzt, hereingelegt worden sein. Sie sind daher Komplizen und strafrechtlich verantwortlich. Ich glaube, dass viele vom Krankenhauspersonal vermuteten, dass der MI6 diese ganze Sache inszeniert hat, sie aber wegen des hohen Grades an Kalter Krieg-antirussischer Gehirnwäsche der britischen Bevölkerung mitgemacht haben. Sie sahen es als ein aufregendes Spionage-Spiel, an dem sie mit ihren wunderbaren Geheimdiensten teilnahmen, die den Krieg gewonnen und die Welt gerettet hatten. Es war eine Frage der Loyalität gegenüber Großbritannien, diese kriminelle Lüge zu verteidigen.


Sie müssen den Verdacht gehabt haben, dass die Blutproben der Skripals nachträglich mit Novichok verunreinigt worden waren. Vielleicht vermutete das auch die OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen, Anm. d. Red.), da sie behauptete, die Spuren von Novichok seien „sehr rein“. War das ein Hinweis darauf, dass es niemals durch einen menschlichen Körper gegangen war?


Man kann mit den Russen sympathisieren, die versuchten, die Laborcomputer zu hacken, um herauszufinden, ob von den Experten untereinander Zweifel geäußert wurden oder Verdächtigungen darüber, ob der OPCW dies arrangiert hatte. Da sie wussten, dass sie Opfer einer schamlosen NATO-Verschwörung wurden, mit der ihnen die Schuld zugeschoben wurde, blieb ihnen nur, dies mit allen Mitteln zu enthüllen.


Die Geduld und die Ruhe der Russen angesichts dieser Kampagne aus Lügen und Hass waren schon fast wie von Heiligen. Wenn der Westen nicht durch den Atomkrieg ausgelöscht wird, in den sie Russland ständig drängen, dann müssen Großbritannien und alle anderen NATO-Vasallenstaaten, die zu Unrecht Scharen russischer Diplomaten ausgewiesen haben, eines Tages Russland unterwürfig um Entschuldigung bitten und Entschädigung für das Elend zahlen, das dem russischen Volk durch ihre illegalen Sanktionen zugefügt wurde.


Ist es zu viel verlangt, darauf zu hoffen, dass einige Leute im Salisbury Hospital oder bei der örtlichen Polizei, die die Wahrheit kennen, früher oder später den Mut haben, sich zu melden und diese abscheuliche, kriegslüsterne Täuschung und die totalitäre Manipulation der Medien durch die finsteren Kräfte, die Großbritannien heimlich regieren, offenzulegen?


Verschwenden sie einen Gedanken an die Skripals und den Zustand, in dem sie sich gerade befinden – in Einzelhaft, ohne offizielle Anklage gegen sie, nicht von einem Anwalt vertreten, und nicht in der Lage, mit ihrer Familie oder der Öffentlichkeit zu kommunizieren? Sie lassen sich doch nicht von diesem manipulierten Video mit Yulia täuschen? Wo protestieren die Menschenrechtsaktivisten gegen diese totalitäre Zwangsverwahrung? In welcher Welt leben sie?


Kommt es ihnen nicht in den Sinn, dass in einer Zeit der nachgewiesenen Beteiligung des MI6 an Folterungen, sei es in Guantanamo, Abu Graib, in schwarzen Gefängnissen oder außergewöhnlichen Überstellungen an Orte, an denen Menschen zu Tode gefoltert werden können, Yulia Skripal vielleicht jede Nacht mit anhören muss, wie ihr Vater in der nächsten Zelle wimmert, während eine Stimme immer wieder wiederholt: „Du russischer Bastard, sag uns, wann du angefangen hast, uns anzulügen!“


Die wichtigsten Fakten

Die offizielle Version über die Skripals wurde von verschiedenen andersdenkenden Kommentatoren in den alternativen Medien durchlöchert. Das wirft stets die Frage auf: Nun, was ist also wirklich passiert?


Die obige alternative Erzählung, die sowohl die bekannten Fakten als auch Spekulationen kombiniert, um die Lücken zu schließen, in denen die Fakten noch fehlen, sollte es dem Leser ermöglichen, die allgemeine Plausibilität im Vergleich zur offiziellen zu beurteilen.


Um eine alternative Version zur Geschichte eines Kriminellen zu beweisen, muss ein Staatsanwalt nicht jedes einzelne Ereignis in der Kette festlegen, von dem viele unbekannt bleiben werden. Er braucht nur zu beweisen, dass bestimmte Schlüsselereignisse in der Erzählung des Verbrechers den bekannten Fakten widersprechen und dass diese Fakten mit der alternativen Version vereinbar sind.


Die wichtigsten Fakten in diesem Fall sind der Zustand der Nina Ricci Parfümflasche, die eindeutig nie geöffnet wurde, nachdem sie mit Novichok verunreinigt und neu verpackt wurde, und daher auch nie benutzt wurde, um irgendwo Novichok zu versprühen; die Unmöglichkeit, dass ein tödliches Nervenmittel eine dreistündige Verzögerung in seiner Wirkung hat und dann zwei sehr unterschiedliche Menschen gleichzeitig trifft; die Unwahrscheinlichkeit, dass eine hochrangige Armeeschwester ihrer Tochter erlaubt, die Opfer eines Nervengases zu berühren; die Unwahrscheinlichkeit, dass Novichok (und nicht ein Opiat) verwendet wurde, da es keine Auswirkungen auf die Menschen mit Erstkontakt gab und sich die Kinder von Sergeant Bailey ihm nähern durften, ohne Schutzanzüge zu tragen, obwohl die Krankenschwestern welche trugen.


MI6 verbirgt eigene Rolle

Und jetzt nehmen Sie zu diesen grundlegenden Problemen in der offiziellen Version noch die Geschwindigkeit, mit der die britische Regierung Russland für dieses Ereignis verantwortlich machte, als es nicht mehr Verbindungen zwischen Russland und Novichok gab, als zwischen Großbritannien und dem Einsatz des in Großbritannien erfundenen VX-Nervengiftes bei der Ermordung des Halbbruders von Kim Jong-Un auf dem Flughafen in Kuala Lumpur.


Kein Nervengas, dessen Formel veröffentlicht wurde, ist weiterhin das Monopol einer Nation, noch belastet sein Einsatz eine Nation. Diese Eile bei der Verurteilung verrät einen vorsätzlichen Plan Großbritanniens, dieses Ereignis zur Sabotage der russischen Fußballweltmeisterschaft (die sie mit den Olympischen Spielen Hitlers verglichen) als Teil eines langfristigen britischen Ziels zu nutzen, Russland zu isolieren, zu diskreditieren und wirtschaftlich zu ruinieren.


Die Notwendigkeit für den MI6, zu verhindern dass Sergei Skripal das von Skripals MI6 Agentenführern produzierte Steele-Dossier enthüllt, weil es das Ausmaß der zynischen Einmischung Großbritanniens in die amerikanischen Wahlen zeigen würde, um Trump zu diskreditieren und jede Annäherung an Russland zu zerstören, bildete das Motiv für den MI6, Morde zu begehen, wofür sie hinlänglich bekannt sind.


Die Kombination dieser beiden Dinge, das Töten der Skripals und das Kreuzigen Russlands dafür, wurde vom MI6 zweifellos als großer Coup angesehen. Als noch genialer galt es, diesem angeblichen „Chemiewaffen“-Angriff auf britischem Boden den gefälschten Chemieangriff in Douma durch die Weißhelme, die vom MI6 gegründet und finanziert wurden, folgen zu lassen. Ziel war es, den Krieg wieder in Gang zu bringen, um Assad zu stürzen und Syrien zerlegen, den Amerikanern und Israelis ihre Ölfelder zu geben und zu ermöglichen, dass katarisches Gas nach Europa geleitet wird, um russisches Gas zu ersetzen.


All dies entspricht den bekannten strategischen Zielen Großbritanniens und der NATO. Die Schnelligkeit der reflexartigen Reaktion der NATO-Länder bei der Ausweisung russischer Diplomaten, ohne Debatte oder der Forderung nach Beweisen in irgendeinem Parlament, lässt den Verdacht aufkommen, dass dies nicht nur vom MI6 allein, sondern gemeinsam mit der CIA und anderen NATO-Geheimdiensten geplant wurde, welche weitgehend vorgeblich demokratische Regierungen kontrollieren.


Geopolitische Auswirkungen

Die anhaltenden Schikanen der NATO, die Sanktionen und die Kampagnen von Lügen und falschen Anschuldigungen gegen Russland, einschließlich der unverhohlenen Kriegsrhetorik des britischen Verteidigungsministers, verheißen nichts Gutes für die Zukunft. Dass die USA Atomwaffenverträge zerreißen und dann Russland die Schuld geben, ist mehr als beschämend: Sie zerstören alle Möglichkeiten von Verhandlungen zur Kriegsvermeidung.


Der Vorfall in der Straße von Kertsch, der vom Marionettenregime in Kiew inszeniert wurde, welches Kanonenboote in die Straße von Kertsch schickte, ohne das Protokoll von 2003 einzuhalten, das von ihnen verlangt, den Hafen von Kertsch im Voraus zu benachrichtigen (ein Protokoll, das von Dutzenden von Schiffen eingehalten wird, die jeden Tag friedlich durch die Straße fahren), war eindeutig Teil eines NATO-Plans zum Anzetteln einer großen Marineauseinandersetzung im Schwarzen Meer.


Dieser Konflikt (gefolgt von dem Versuch, die Krim zurückzuerobern oder zumindest ihre prächtige Brücke zu sprengen – eine Schande für einen Mann, der nicht einmal eine Mauer bauen kann (gemeint ist Trump. Anm. d. Red.)) kann in den kommenden Monaten erwartet werden, vielleicht als Ablenkung vom Brexit oder um den Brexit scheitern zu lassen.


Kurz gesagt, die NATO befindet sich auf der Flugbahn Richtung Krieg mit Russland, und in ihrer verblendeten Weltsicht ist die NATO überzeugt, dass sie diesen gewinnen kann. Ihre anfängliche Benutzung Russlands als Sündenbock und Feindbild, um die NATO-Vasallen gegen eine gemeinsame Bedrohung zu vereinen und Europa weiter Amerika zu unterwerfen, ist außer Kontrolle geraten und steuert unter dem Auftrieb einer hysterischen Rhetorik auf einen tatsächlichen Krieg zu.


Wenn sich nicht anständige Menschen zusammenschließen, um diese Eskalation zu stoppen, wird die Atomkatastrophe eintreten. Die Aufdeckung der blanken Lüge der Skripal False Flag kann ein Schritt zur Abwendung dieser globalen Katastrophe sein.

 

 

Quellen:

[1] Am 14. Februar 2019 auf Bellingcat <https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2019/02/14/third-suspect-in-skripal-poisoning-identified-as-denis-sergeev-high-ranking-gru-officer/>
[[2] Rob Slane hat am 3. März 2019 auf The Blogmire die akribisch zusammengetragenen, unzähligen Ungereimtheiten der offiziellen Version veröffentlicht:
<https://www.theblogmire.com/the-salisbury-poisoning-one-year-on-an-open-letter-to-the-metropolitan-police/>
[3] Hier ein Beispiel von vielen im britischen Fernsehsender BBC am 24. März 2018
 <https://www.bbc.com/news/uk-43523923>
[4] Über Skripals Verhaftung in Russland, seine Strafe und seinen Austausch im Jahr 2010 berichtet u.a. die Daily Mail am 5./6. März 2018 auf dailymail.co.uk
<https://www.dailymail.co.uk/news/article-5465365/How-Sergei-Skripal-narrowly-avoided-execution.html>
[5] Über Skripals Wirken nach seiner Pensionierung als GRU-Offizier und seine Anwerbung für den MI6 wird ausführlich auf der Seite meduza.io geschrieben:
<https://meduza.io/en/feature/2018/03/06/a-hundred-grand-and-hundreds-of-betrayed-agents>
[6] Diana West schreibt am 15. Januar 2019 auf The American Spectator über „In a March 21 interview on the John Batchelor Show, Gregory R. Copley, editor and publisher of Defense & Foreign Affairs, posited that Sergei Skripal is the unnamed Russian intelligence source in the Steele dossier.“ und weitere Zusammenhänge mit der amerikanischen Politik <https://spectator.org/big-dots-do-they-connect-steele-and-skripal-revisited/>
Teil 2 des Interviews mit Gregory R. Copley am 22. März 2018 auf audioboom.com
<https://audioboom.com/posts/6739963-cui-bono-skripal-s-silence-2-of-2-gregory-copley-defense-foreign-affairs>
[7] „Viktoria Skripal said that she knew nothing about the boyfriend other than he lived with Yulia and that “he’s close to all those structures, you understand.” auf nytimes.com, 6. April 2018 <https://www.nytimes.com/2018/04/06/world/europe/yulia-skripal-russia-britain.html>
[8] Patrick Wintour, Diplomatic editor, 21 März/ 6 Juni 2018 auf theguardian.com über Boris Johnsons Äußerung:
<https://www.theguardian.com/football/2018/mar/21/boris-johnson-compares-russian-world-cup-to-hitlers-1936-olympics>
[9] Die Inhalte der Seite der Integrity Initiative wurden wegen Datendiebstahls vorübergehend entfernt. https://www.integrityinitiative.net/ Man kann diese jedoch weiterhin verfolgen auf Facebook https://www.facebook.com/InitIntegrity/ und Twitter
https://twitter.com/InitIntegrity/
[10] „ (...) In the 1990s, the German Federal Intelligence Service (BND) obtained a sample of a Novichok agent from a Russian scientist, and the sample was analysed in Sweden, according to a 2018 Reuters report. The chemical formula was given to Western NATO countries, who used small amounts to test protective and testing equipment, and antidotes.[33 - Sabine Siebold, Andrea Shalal (16 May 2018). „West‘s knowledge of Novichok came from sample secured in 1990s: report“. Reuters. Retrieved 24 May 2018.] (...)“ auf wikipedia.org, 14. April 2019 <https://en.wikipedia.org/wiki/Novichok_agent>

 

 

Dieser Text wurde zuerst am 17. Februar 2019 auf der Seite thesaker.is veröffentlich. <http://thesaker.is/the-alternative-skripal-narrative/> Die Übersetzung stammt von theblogcat.de, danke an Fritz Kollenda.

Für den Inhalt der einzelnen Artikel sind die jeweils benannten Autoren verantwortlich. Die Inhalte der Artikel und Kommentare spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Quellen

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Michael Antony

ist ein in der Schweiz lebender Schriftsteller. Sein nächstes Buch über den kommenden Atomkrieg heißt „Requiem for America“. Er hat einen Blog, michaelantonyblog.wordpress.com.

http://michaelantonyblog.wordpress.com
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