Klimawandel-Dogmen statt Umweltschutz?
08 Sep 2018
Die Klimaleugner
Die Stigmatisierung von Skeptikern dient den Profitinteressen der Konzerne: In den vergangenen Jahren hat der Alarmismus um den Klimawandel den Blick auf unsere Umweltprobleme stark verzerrt. Wer erinnert sich noch an die Tage, als es statt um Klimaschutz um Umweltschutz ging? Nicht, dass die These vom menschengemachten Klimawandel heutzutage populär ist, ist ein Problem. Gefährlich wird es aber, wenn die Meinungsfreiheit zu einem Thema durch Stigmatisierung von Andersdenkenden eingeengt wird.
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Wenn „Leugner“ zum schlimmsten Schimpfwort wird, wird jegliches Fragen und Zweifeln, wird die Suche nach möglichen alternativen Erklärungsmodellen autoritär unterbunden. Warum geschieht dies? Es ist zu vermuten, dass maßgebliche Kräfte versuchen, den Wirtschaftsstandort Erde noch mal über die Runden zu retten, ohne die Profit- und Wachstumslogik ernsthaft in Frage stellen zu müssen.


Das verheerendste am gefürchteten Klimawandel ist, meiner Meinung nach, der Umgang mit dem Begriff „Klimawandel“ an sich. Er wird als Webstuhl für eine Storyline benutzt, die der Verhinderung, Verfälschung und Ablenkung vom dem, was wirklich nach Handlungsbedarf drängt, dient. Es geht bei den eifrig erstellten Klima­berichten nicht in erster Linie um den Schutz unseres Lebens, es wird vielmehr ein Kontext erzeugt, der einem übersättigten ökonomischen System neue Möglichkeiten und Absatzfelder verschafft auf Kosten der Menschheit rund um den Globus.


Der so genannte menschengemachte Klimawandel und die zugrunde liegende Treibhaustheorie sind bis dato immer noch fachlich umstrittene und mit Fehlern behaftete Hypothesen, die auf von Computern errechneten möglichen Szenarien beruhen. Doch eines wurde durch das öffentliche Durchpressen dieser wackeligen Konstruk­tion leider schon erreicht: nämlich, dass der Blick von den gewaltigen, bereits bestehenden Zerstörungen unserer Umwelt, die dringend unserer Aufmerksamkeit bedürfen, fort gelenkt wird.


Ist Ihnen beim Lesen der obigen Zeilen auch gleich dieser eine bestimmte Begriff auf der Zunge gelegen?


Es ist ein leichtes, doch schmerzliches Zusammenzucken, das einen ergreift, wenn der Begriff „Klimawandel-Leugner“ in einem Gespräch fällt. Ein aufgebrachter Tonfall, ein empörter Gesichtsausdruck und verachtende Missbilligung in den Augen – sie untermalen die Frage des Gegenübers: „Willst du etwa sagen, dass es gar keinen Klimawandel gibt?!“


Nein, so weit wollte ich ja gar nicht gehen. Ich wollte nur einmal laut darüber nachdenken, darüber sprechen, meine eigenen Beobachtungen mit denen anderer vergleichen, unterschiedliche Fakten sammeln und mir eigene Gedanken dazu machen. Welch ein frommer Wunsch, muss ich feststellen – denn im öffentlichen Raum ist dies fast unmöglich. Ich habe auch gelernt, dass es besser ist, nicht mit solch einem Ansinnen in sozialen Medien unterwegs zu sein, da man sonst unter einer Flut von Hates und Dislikes begraben wird: “Klimawandel-Leugner!!“


Doch woher kommt diese reflexartige und heftige Abwehr? Wie entsteht die deutliche Ablehnung breiter Massen, sich gedanklich auch nur bis in die Nähe einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema zu begeben? Wieso wird die Erzählung vom menschengemachten Klimawandel so bereitwillig als Paradigma aufgenommen, obwohl es nicht wenige renommierte Wissenschaftler gibt, die Fehler in den Studien aufzeigen und zu anderen Schlüssen kommen? Und vor allem: Warum erzeugen kritische Äußerungen so häufig eine extrem hohe emotionale Abwehrspannung?


Verhinderung

Geläufige Begriffspaare mit „Leugner“ am Ende finden sich in unserer Sprache nicht viele. Doch gibt es sehr wohl ein prominentes und ausdrucksstarkes, für die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte prägendes Begriffspaar:„Holocaust-Leugner“.


Dieser Begriff bezeichnet das Bestreiten oder die weitgehende Verharmlosung des Holocaust. Den Holocaust in Frage zu stellen, stellt einen politisch und moralisch verwerflichen Akt dar, der im gesellschaftlichen wie politischen Umfeld verurteilt und sogar geahndet wird. Es geht hier nicht um eine inhaltliche Verbindung zweier völlig verschiedener Themen, sondern darum, dass rein begrifflich gesehen durch die Verwendung des Wortes „Leugner“ eine Nähe, ein Bezug zu einem bestimmten Gefühl, einer bestimmten Haltung hergestellt wird.


Die dem Begriff „Holocaust-Leugner“ innewohnende Missbilligung und Verurteilung sowie die daraus resultierende emotionale Wirkung wird also sprachlich, durch die Verknüpfung eines beliebigen Begriffs mit dem Wort „Leugner“, auf diesen übertragen.

 

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal, in der historischen Mitte Berlins erinnert an die rund 6 Millionen Juden, die unter der Herrschaft Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten ermordet worden sind. (Foto: K. Weisser, wikimedia, Lizenz: CC BY-SA 2.0 de)

 


Das „Leugner“ in „Klimawandel-Leugner“ zielt in seiner Wortkonstruktion eben auf diesen gefühlsmäßig stark negativ besetzten Hintergrund des Begriffs „Leugner“ ab. Wer möchte in der Folge also schon gerne als Leugner bezeichnet werden? Der Leugner-Begriff funktioniert ebenso zuverlässig wie ein Elektrozaun. Wer die Denkbarriere übertritt und öffentlich seine Skepsis äußert, wird mit einem empörten „Klimawandel-Leugner!“ pariert. Damit ist dann alles gesagt.


Neben dem „Klimawandel-Leugner“ ist auch vom „Klima-Skeptiker“ die Rede. Dieser ist von jeder Nähe zum Leugner befreit, stellt aber ebenfalls eine Titulierung, eine Zuschreibung ,dar, die mit einer klar ablehnenden und abwertenden Konnotation behaftet ist. Auf diese Art können in die Öffentlichkeit eingebrachte kritische Betrachtungen abgebogen, verhindert oder unterbunden werden – einfach per Hinzufügen eines bereits emotional besetzten Begriffs, der einem anderen, einen ganz bestimmten Beigeschmack anheften kann. So setzt dann zuverlässig die in der Öffentlichkeit vorbereitete, emotionale, reflexhafte Abwehr ein, bevor es überhaupt zu einer Auseinandersetzung kommen kann. Der„Leugner“-Begriff macht es möglich, einen Denk-Bann auf fast jedes beliebige Thema zu legen.


Machen wir es uns besser noch einmal ganz bewusst, dass überhaupt nichts verwerflich daran ist, Fragen zu stellen, präsentierte Fakten anzuzweifeln und diese überprüfen und diskutieren zu wollen. Ganz im Gegenteil: Sollte nicht der Fragende, der Skeptiker, derjenige, der sich mit der Welt auseinandersetzt, gesellschaftliche Anerkennung erfahren? Es sind unter anderem genau diese Qualitäten, die wir in unserer Gesellschaft brauchen!


Denn sie sind der Kern eines demokratisch geführten Diskurses, der Entwicklung und Erkenntnis befördert und die Grundlage bildet, auf der wissenschaftliches Arbeiten und forschendes Denken erst gedeihen können. In Zeiten, in denen das Postfaktische auf so mächtige Weise Verbreitung findet, ist es geradezu Pflicht für jedermann, genau zu prüfen und zu hinterfragen, was und von wem, ihm an Informationen angeboten wird und wem oder wozu diese dienlich sein könnten.


Verfälschung

Das Bewusstsein für den proklamierten kritischen Anstieg des CO2-Werts hat uns unter anderem die Energiesparlampen, die Begrenzung der Wattzahl für etliche Elektrogeräte, das Wissen um unseren ökologischen Fußabdruck und einen großen Boom bei den erneuerbaren Energien beschert. CO2, Kohlenstoffdioxid, ist ein Spurengas und besteht aus der chemischen Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff. Kohlendioxid ist in Wasser löslich und uns im Alltag als Kohlensäure (umgangssprachlich) gut bekannt. Sie sorgt in Sprudelgetränken für den frischen Zisch. Kohlenstoff und Sauerstoff sind zwei der Grundstoffe, die Leben von Grund auf erst möglich machen.


Ihre Stoffkreisläufe bauen aufeinander auf und bedingen sich gegenseitig. Pflanzen benötigen zur Photosynthese Kohlenstoffdioxid und produzieren dabei Sauerstoff. Was die Umwelt, inklusive dem Menschen, an Kohlenstoffdioxid abgibt, wandeln die Pflanzen in für uns lebenswichtigen Sauerstoff um. Das Ökosystem ist so genial aufgebaut, dass das ausgeschiedene Stoffwechselprodukt des einen, jeweils zum Lebenselement für den andern wird.


Müsste das nicht bedeuten, dass eine umso größere Kohlendioxidmenge, die die Pflanzen zu Sauerstoff umwandeln, für den Menschen ein Mehr an jenem für ihn lebenswichtigem Sauerstoff bedeutet? Doch welche CO2-Menge ist hierbei von der Vegetation zu bewältigen? An verschiedenen Universitäten weltweit, zum Beispiel in Amerika, in der Schweiz und in Neuseeland interessierte man sich ganz speziell für die Auswirkung von CO2 auf die Vegetation.

 


Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff mit der Summenformel CO2, ein unbrennbares, saures und farbloses Gas; es löst sich gut in Wasser. (Foto: Zappys Technology, flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0)

 


In Deutschland haben die Universitäten in Gießen (1) und Geisenheim (2) in eigenen Versuchsanlagen dazu geforscht. Dort wurden so genannte FACE (Free Air Carbon Dioxide Enrichment) Versuche durchgeführt, bei denen verschiedene Nutzpflanzen im Freiland durch Begasungsanlagen unterschiedlichen Konzentrationen an Kohlendioxid ausgesetzt wurden. Dem vorausgegangen waren schon seit längerer Zeit Versuche mit der Einführung von CO2-Mengen in geschlossene Systeme, also in Gewächshäuser. Diese zeigten, dass sich dort eine Düngung mit CO2 sehr positiv auf den Ertrag und die Effizienz der Pflanze auswirkte.


Auch die Freilandversuche sind gut dokumentiert und ihre Auswertung sehr aussagekräftig. „Eine Meta-Analyse über 15 Jahre ergab einen Anstieg der Produktion von 5 bis 7 Prozent bei Reis und 8 Prozent bei Weizen. In Australien wurde – je nach Pflanze – sogar eine Biomassenzunahme von 20 bis 49 Prozent beobachtet, (…) (3).“ Zum Beginn des 19. Jahrhunderts soll der CO2-Wert in unserer Atmosphäre nur 280 ppm („Parts per million“, ein Millionstel) betragen haben und hat sich bis zum Jahr 2015 auf 400 ppm erhöht.
Wie bedenklich ist nun eigentlich dieser Anstieg? „Aus den Röhren wird je nach Windrichtung und -stärke Kohlenstoffdioxid geblasen. Innerhalb der Versuchsfläche ergibt sich so eine vordefinierte Kohlenstoffdioxidkonzentration. Dies kann ein Fixbetrag über der Normalkonzentration (meist +200 ppm) sein, meist ist es jedoch ein festgelegter Wert, der je nach Versuch zwischen 475 und 660 ppm liegt. Dies sind Werte, die zum Beispiel am Ende des Karbonzeitalters vor rund 300 Millionen Jahren herrschten und nach einigen Berechnungen auch für Ende des 21. Jahrhunderts erwartet werden (4).“ „Das in der natürlichen Umgebungsluft enthaltene CO2 liegt mit einem Anteil von derzeit ca. 400 Teile pro Million (Parts per Million = ppm) unterhalb des für C3-Pflanzen wie Weizen, Roggen oder Reis zum Wachstum optimalen Anteils von ca. 800 bis 1000 ppm.


Wird den Pflanzen zusätzliches Kohlenstoffdioxid zur Verfügung gestellt, können die Pflanzen besser beziehungsweise schneller wachsen (5).“ Eine andere Referenzgröße, um sich ein Bild davon zu machen, ab wann eine kritische CO2-Konzentration erreicht sein könnte, gibt folgendes Beispiel. Nach der Klassifizierung der Raumluftqualität (Empfehlung für Schulen) nach DIN EN 13779 von 2007 bis 2009, wird bei einer absoluten CO2-Konzentration in der Innenraumluft von bis zu 800 ppm, dem Raumklima eine hohe Raumluftqualität zugesprochen. Bei 800 bis 1000 ppm CO2-Konzentration spricht man immerhin noch von einer mittleren Raumluftqualität (6).


Selbst in einem geschlossenen Raum sind also diese vergleichsweise hoch erscheinenden Konzentrationen aushaltbar. Durch einfaches Lüften kann die CO2-Konzentration umgehend wieder gesenkt werden. Einer Erderwärmung durch erhöhte Konzentrationen an CO2, wie bei der Treibhaustheorie des Weltklimarats beschrieben, steht die Beobachtung einer Verringerung der Sonnenflecken und einer damit einhergehenden abnehmenden Sonnenaktivität gegenüber. Dies deutet dann aber statt auf eine gewaltige, sprunghafte Erderwärmung, auf eine merkliche Abkühlung des Erdklimas und gar auf das Heraufdämmern einer kleinen Eiszeit hin (7).


Es gibt viele interessante Aspekte und Fragen im Zusammenhang mit dem Klima, die es zu kennen und zu bedenken lohnt. Doch in der veröffentlichten Storyline über den menschengemachten Klimawandel sind diese kaum zu finden.


Die öffentliche Darstellung, die weitgehend vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Weltklimarat, ausgegeben wird, ist und bleibt einseitig und es wird deutlich, dass kein Interesse an einer breitgefächerten Betrachtung und Diskussion des Themas besteht.


Renommierte Wissenschaftler, die vor Jahren zunächst dem Weltklimarat in der Entwicklung und Darstellung der Treibhaustheorie folgten, relativieren heute ihre damaligen Aussagen. So zum Beispiel Prof. von Storch, als „Klima-Realist“ auf Platz 81 der 100 einflussreichsten Deutschen genannt(8). Er wird wie folgt von Wikipedia zitiert: „Er geht von der Existenz eines hauptsächlich durch Menschen verursachten Klimawandels aus, bezweifelt jedoch die Nachhaltigkeit einer seiner Meinung nach zu alarmistischen Position. Wissenschaftler und wissenschaftliche Institutionen sollten Wissen schaffen. Wenn sie stattdessen mit vereinfachten und simplifizierten Äußerungen – ähnlich Interessenverbänden – versuchten, eine Agenda im Namen des Guten durchzusetzen, würden sie den längerfristigen Erfolg ihrer Arbeit gefährden (9).“


In einem aufschlussreichen Spiegel-Gespräch vom Juni 2013 sagte Prof. von Storch:“ Wir stehen vor einem Rätsel, seit 15 Jahren steigt die Temperatur nicht mehr an. Sollte die globale Erderwärmung weitere 5 Jahre pausieren, steckt in den Modellen ein fundamentaler Fehler – und die Vorhersagen müssten korrigiert werden (10).“


Gerhard Gehrlich und Ralf D. Teuschne, beide von der TU Braunschweig, haben 2009 ein sehr lesenswertes Papier mit dem Titel „Falsifizierung der atmosphärischen CO2-Treibhauseffekte im Rahmen der Physik“ herausgebracht. Dort ist in der Zusammenfassung zur Treibhauseffekttheorie folgendes zu lesen: “Nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik kann eine solche planetare Maschine niemals existieren. Trotzdem wird in fast allen Texten der Globalklimatologie und in einer weit verbreiteten Sekundärliteratur stillschweigend vorausgesetzt, dass ein solcher Mechanismus physikalisch möglich ist (11).“


Weiter im Text halten die Autoren im Abschnitt „Diese Arbeit“ fest: „Wenn man jedoch unter Verwendung der Suchbegriffe ,Glashaus-Effekt‘, ,Treibhauseffekt‘, usw. in den klassischen Lehrbüchern der Experimentalphysik oder Theoretischen Physik nachschlägt, so stellt man – möglicherweise zu seiner Überraschung und Enttäuschung – fest, dass dieser Effekt nirgendwo beschrieben wird, mit wenigen Ausnahmen, wo in aktualisierten Auflagen plötzlich Werke aus der Klimatologie zitiert werden (12).“


Solch wichtige Aussagen und Anmerkungen von Fachleuten werden aber völlig ignoriert oder verschwiegen.


Es ist meiner Meinung nach auch ein Zeichen fehlender Seriosität, wenn jene Wissenschaftler, die auf die Fehler der tatsächlich eigens zur Untermauerung der Treibhaustheorie angefertigten Studien hinweisen und weitere Fakten in die Diskussion einbringen, öffentlich, fachlich und persönlich diskreditiert werden, statt einen sachlichen Austausch mit ihnen anzustreben.


Entsteht denn nicht genau auf diese Art der Eindruck, dass das nicht zugelassen werden soll, was die nützliche Konstruktion der festgelegten Erzählung stören könnte? Als Beispiel für den Versuch einer massiven Diskreditierung sei Prof. Kirstein genannt, Professor für Geographie an der Universität Leipzig, der seit 40 Jahren im Bereich Klimadynamik forscht. Kirstein ist erfahrener Fachmann und gern gehörter Redner, der in der Öffentlichkeit mit Vorträgen auftritt, in denen er für ein Laienpublikum verständlich, datenbasiert und fachbezogen die gängige Klimathese auf den Prüfstein stellt und relativiert.


Es darf doch nicht um politische Befindlichkeiten gehen, nicht um Profilierungsspielchen von Wissenschaftlern, auch nicht um Profite für große Akteure auf den Märkten – es muss um unsere Erde, um den Schutz und den Erhalt eines einzigartigen ökologischen Systems und schlicht und ergreifend um unser aller Existenz gehen.


Vertuschung

Es sind schlimme Bilder, die zeigen, wie völlig ermattete Menschenschlangen sich durch ein karges Nirgendwo kämpfen, auf der Suche nach einem Ort, an dem sie leben können. Hitze und Dürre haben ihnen ihre Heimat und ihre Lebensgrundlage genommen, ihre Wasserquellen versiegen lassen, Krankheit und Tod über sie gebracht. Nun sind sie auf der Flucht und hoffen, an einem Ort, an dem sie nicht abgewiesen werden, sich wieder ein Leben aufbauen zu können. Verantwortlich für ihre Misere ist der Klimawandel – so wird es uns gebetsmühlenartig vorgetragen.


Wer aber berichtet ebenso häufig von den großen Konzernen wie Nestlé, die trotz Dürrekatastrophe in Äthiopien 50.000 Liter Wasser pro Stunde aus dem Boden pumpen, während 42 Millionen Äthiopier keinen Zugang zu sicherem Wasser haben(13)? Wer erzählt von den mit Produktionsabfällen ausländischer Firmen verseuchten Flüssen und den damit für Menschen und Tiere unbewohnbar gewordenen Gebieten Afrikas? Wer berichtet von den sich bislang selbst versorgenden Kleinbauern, die von übermächtigen ausländischen Agrarbetrieben verdrängt werden und daraufhin gezwungen sind, Trinkwasser und Grundnahrungsmittel eben diesen Großerzeugern teuer abzukaufen?

 


Nestlé S.A. ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern und das größte Industrieunternehmen der Schweiz. Die Hauptverwaltung befindet sich in Vevey, Schweiz. (Foto: Port(u*o)s, Wikimedia, Lizenz: CC BY 3.0)

 


Die Story vom Klimawandel ist eine sehr praktische Erklärung für die Folgen der Ausbeutung von Land und Menschen, da sich hierfür nicht ein Individuum, ein Konzern öffentlich rechtfertigen muss, sondern die Gemeinschaft wird, mit dem Vorwurf ihrer eigenen Gier konfrontiert, als Ganzes verantwortlich gemacht.


Jeder muss sich an seinem ökologischen Fußabdruck messen lassen. Die Gewinne aus der Ausbeutung streichen die Konzerne schamlos ein, doch die moralische Verantwortung wird kollektiviert und an die Konsumenten abgetreten.


Der Kapitalismus, dem dieses Handeln entspringt, unterliegt einer Steigerungslogik. Ohne Steigerung geht er zugrunde. Das, was dem Konsumenten als pure Verbrauchsgier, durch die er sich auch an der erhöhten CO2-Entstehung schuldig macht, zugeschrieben wird, ist genau das Verbrauchssteigerungsverhalten, das der Kapitalismus, seiner Logik folgend, einzufordern und zu befeuern gezwungen ist, damit er sein eigenes Fortbestehen sichern kann. Wie sollen, bei einem dem System unabdingbar stetig ansteigenden Verbrauchs, die CO2-Emissionen in Höhe von 40 Prozent bis ins Jahr 2020 gesenkt werden? Von 1990 bis 2015 gelang es, die Emissionen um ca. 28 Prozent zu senken, bevor sie 2016 wieder leicht anstiegen. Was genau wurde durch den politischen Aktionismus von Subventionierungen und EU-Vorgaben bewirkt, was erreicht, was verbessert?


Ist ihnen einmal aufgefallen, wann und wie oft Sie in den letzten Jahren die Begriffe Umweltverschmutzung, Umweltbelastung oder Umweltzerstörung gehört haben? Die Häufigkeit ihrer Nennung hat zugunsten eines anderen Begriffs deutlich abgenommen: Es ist der Klimawandel.


Unter diesem Sachbegriff aus der Klimatologie wird zur Zeit in der Öffentlichkeit ein Katastrophenszenario konstruiert, das zur Folge hat, dass das bereits bestehende Ausmaß der Zerstörung, der Verschmutzung und der gravierenden Belastung weiter Teile unserer Umwelt, in den Hintergrund und aus dem aktuellen Blickfeld rückt.


Auch wenn man nicht wie ich am menschengemachten Klimawandel zweifeln mag, sollte man bedenken, dass seine argumentative Kraft hauptsächlich auf einer Prognose, einer Möglichkeit durch von Computern simulierten Szenarien beruht. Seine volle Wirkkraft soll sich also erst in einer zeitlich nur zu vermutenden, mittelfristigen Zukunft entfalten. Viele Wetterphänomene werden inzwischen vorauseilend als Anzeichen für den sich vollziehenden Klimawandel gedeutet, wodurch sich die ausgegebenen Katastrophentheorien einfach schon mal selbst bestätigen.


Den Blick nun sorgenvoll in die Zukunft gerichtet und in der Gegenwart nach nichts außer nach Anzeichen für das zu suchen, was laut Storyline gefunden werden soll, übersieht man fatalerweise das Naheliegende. Es gibt nur allzu viele Möglichkeiten um sofort, hier und heute mit der Rettung des Planeten zu beginnen. Die weitaus gravierenderen Probleme liegen nicht in einer simulierten und ungefähr vorausberechneten Zukunft, sondern beispielsweise in alten Salzabbaustollen, die als Endlager für Atommüllfässer benutzt werden.

 


Das Atommülllager Gorleben ist ein Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall auf dem Gebiet der Gemeinde Gorleben im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg. Es wird auch als Transportbehälterlager Gorleben bezeichnet. (Foto: Pixabay, CC0)

 


Diese Fässer erodieren bereits und es besteht höchster Handlungsbedarf auf Grund der austretenden Radioaktivität. Von herumliegender Uranmunition, krebserzeugendem Feinstaub, dem die Meere verseuchenden Mikroplastik, über ein sich ausweitendes Artensterben, bis hin zu einer erschöpften, ausgelaugten und mit Chemikalien belasteten Landwirtschaft gäbe es genug, was heute und jetzt zu bedenken und zu tun wäre und ganz vorne im Fokus von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stehen müsste. In dieser Betrachtung sind Angst, Sorge und Endzeitdenken berechtigt, zumindest aber verständlich. Akut werden wir nicht von einem erderwärmenden Treibhausgas bedroht, sondern von unseren Altlasten, unseren Umweltsünden – den bereits begangenen und denen, die immer noch, jenseits unseres abgelenkten Blickes, über den ganzen Globus ausgegossen werden.


Die Umweltzerstörung sollte als solche auch beim Namen genannt werden, sie muss im Bewusstsein unserer Gesellschaft präsent bleiben, damit der Finger auf die richtigen Stellen gelegt und gerettet werden kann, was noch zu retten ist.


Bei der Storyline des Klimaschutzes gewinnen die Konzerne, die uns mit ihren nunmehr klimafreundlichen oder gar klimaneutralen Produkten erfreuen und uns darin unterstützen, richtig zu konsumieren. Das heißt aber nichts anderes, als dass Konsumströme einfach gewinnbringend auf neue Felder umgelenkt werden.
Die Steigerungslogik wird nicht unterbrochen. Beim konsequenten Umweltschutz jedoch könnten eben diese Konzerne ohne ein Umdenken zu großen Verlierern werden, da hier Konsumreduktion und Konsumverzicht unabdingbar sind.


Sand im Getriebe

Die aufgeblähte Aufmerksamkeit, die einem möglicherweise eintretenden Klimawandel zu Teil wird, verdrängt und behindert die überfällige Forderung nach einem radikalen Schutz unserer Umwelt und dem dementsprechenden Handeln. Wer sich in Versuchung geführt sehen sollte, erneut das Gespenst des Klimawandels für Armut, Flucht, Elend und Zerstörung von Land hauptverantwortlich zu machen, möge bitte die alten Greenpeace Magazine unter dem Bett hervorkramen und sich ein wenig Zeit nehmen darin zu blättern.
Kaum etwas hat sich für unsere Umwelt nachhaltig verändert. Trotz der aufwendigen Förderung erneuerbarer Energien und neuerdings kostenpflichtigen Plastiktüten ist das Prinzip an sich dasselbe geblieben und nun sogar global geworden: die Ökonomie wütet deregulierter und fahrlässiger denn je. Das schlechte Gewissen und die Kosten an Gesundheit und Lebensqualität trägt der Konsument, denn selbst hieraus lässt sich über die Öko-Schiene noch Profit generieren.


Ginge es den Bedenkenträgern des menschengemachten Klimawandels tatsächlich um eine bessere und gesündere Welt, würde als Hauptziel nicht eine in erster Linie wirtschaftsfördernde Maßnahme, wie das langfristige Herumspielen der Industrie mit CO2-Werten und ökologischen Fußabdrücken im Vordergrund stehen. An Stelle dessen wären die Eindämmung von rücksichtslosen, ökonomischen Übergriffen auf die gesamte Ökologie, sprich die Eindämmung der Ausbeutung in jeglicher Art und Form das angestrebte Ziel!


Wie auch immer das tatsächliche Risiko im Rückblick einmal bewertet sein wird, zur Zeit ist die Storyline vom Klimawandel sicher nicht die heiße Spur zur Bewahrung und Heilung unserer Erde. Sie ist nur mehr Sand in die Augen einer Gesellschaft gestreut, die sich scheut von menschengemachter Umweltzerstörung zu sprechen. Unangenehme Fragen, die dazu zu stellen wären, sind nicht erwünscht. Die Geschichte vom bösen Klimawandel ist aber bedauerlicherweise vor allem anderen dies: Der Sand im Getriebe eines jeden wachen Bewusstseins, das bereit wäre die Ärmel für einen ehrlichen, effektiven und nachhaltigen Schutz unserer Umwelt hochzukrempeln.


Das Erreichen des Klimaziels im Jahr 2050, die Reduzierung der Emission von CO2 um 85 bis 90 Prozent im Vergleich zur Menge der Emissionen im Jahr 1990, dürfte uns noch ordentlich beschäftigen. Es stellt sich jedoch die Frage, falls benanntes Ziel tatsächlich erreicht werden sollte, ob wir uns stolz auf die Schulter klopfen und unseren großen Erfolg feiern könnten. In welchem Zustand wird sich unser Planet dann befinden, wird auch ihm dann noch zum Feiern zumute sein?

 

Quellen:

[1] <https://www.uni-giessen.de/fbz/fb08/Inst/pflanzenoek/face2face?set_language=de>
[2] <https://www.hs-geisenheim.de/forschung/institute/gemuesebau/ueberblick-institut-fuer-gemuesebau/klimafolgenforschung/face/>
[3] [4] <https://de.wikipedia.org/wiki/Free_Air_Carbon_Dioxide_Enrichment>
[5] <https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffdioxid-Düngung>
[6] <https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/kohlendioxid_2008.pdf>
[7] <https://deutsch.rt.com/international/60838-droht-neue-eiszeit-russische-wissenschaftler-sagen-eisige-zeiten-voraus/>
[8] [9] <https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_von_Storch>
[10] <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091084.html>
[11] [12] <http://fortschrittinfreiheit.de/veroeffentlichungen/falsi.pdf>
[13] <https://netzfrauen.org/2017/04/12/aethiopien-nestle/>

Für den Inhalt der einzelnen Artikel sind die jeweils benannten Autoren verantwortlich. Die Inhalte der Artikel und Kommentare spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

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Doris Schultz

Jahrgang 1968, ist seit ihrer Jugend Hobby-Journalistin, später beruflich beheimatet in der Pädagogik. Seit 2010 vielfältig tätig als freie Dozentin für Themen der Gesellschaft, Gesundheit, Philosophie und Politik. Seit kurzem auch Schreib-Seminare. Arbeit mit Kinder-, Senioren- und unterschiedlichen Erwachsenengruppen. Sie möchte Gruppen komplexe Themen so umfassend, lebendig und nachvollziehbar wie möglich vermitteln, damit das Wissen im Fluss bleibt, den einzelnen wach hält und die Menschen verbindet. „Fühlen und Denken machen lebendig“.


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