Appell:
24 Feb 2016
Frieden nur möglich ohne Hunger und ohne Ausbeutung
In welcher Weise sind wir daran beteiligt, und was können und müssen wir selbst tun?
Profilbild von Birgit Heitmann
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(Foto: Rachel Tayse, Flickr, CC 2.0)

Ohne zu wollen und zu wissen verursachen wir Hunger in armen Ländern und grausamste Tierquälerei in Massentierhaltungen. Allein durch Änderung unseres Konsumverhaltens könnten wir diese weltweite zerstörerische Entwicklung stoppen und positiven Einfluss ausüben. Dann ginge es nicht nur den jetzigen armen Menschen und Tieren besser, sondern uns allen, weil wir global alle voneinander abhängig sind.

Nur aufgrund unseres Billigfleischkonsums begeht die Fleischindustrie weltweit Bodenzerstörung und grausamste Tierquälereien in Massentierhaltung. Das bedeutet auch unnötiger Flächen- und Wasserverbrauch, Bodenverseuchung durch Gülle, Hunger und Armut bei vielen Menschen. Wenn nur ein Teil der Flächen, welches für Tierhaltung und Tierfutteranbau verbraucht wird, für menschlichen Nahrungsmittelanbau verwendet würde, gäbe es keinen Hunger in der Welt. Billigfleisch verführt zu immer mehr Verzehr und treibt die Produktion immer weiter an. Mittlerweile wird Fleisch überproduziert und weggeworfen. Es werden weltweit Wälder gerodet, Land vernichtet, Wasser verschwendet, Milliarden Tiere werden unter grausamsten Qualen gezüchtet und ohne ausreichende Beträubung geschlachtet. Die Betreiber dieser Brutalitäten verhindern öffentliche Bilder, damit wir nichts sehen und somit nicht protestieren, sondern nur kaufen. Denn was wir nicht sehen, berührt uns nicht. Also müssen wir hinschauen, es uns ansehen, um endlich zu begreifen, welches Elend wir mit unserem Fleischkonsum anrichten. Informiert Euch z.B. im Internet! Wir müssen dringend unser eigenes Tun kritisch betrachten, dann fällt uns auch die Doppelmoral unserer Gesellschaft auf. Wir streicheln zuhause Hund+Kätzchen und regen uns auf über Pferdefleisch und ein paar Verbraucherskandale. Gleichzeitig essen wir Tiere, die vor Schmerzen schreiend auf brutalste Weise behandelt wurden, die ein qualvoll eingequetschtes Leben im engen schmutzigen Stall, ohne Tageslicht, ohne Bewegungsmöglichkeit fristen mussten und am  Ende auf brutalste schmerzhafteteste Weise getötet wurden. Deren Schreie hört Ihr zuhause nicht, denn das Steak liegt ja ganz ruhig auf Eurem Teller.

„Schaut bitte über -Euren Tellerrand hinaus, informiert Euch, hinterfragt Euer Konsumverhalten!

Denn jeder, der an Fleischtheken kauft, ist mitschuldig. Teures Fleisch und BIO-Kennzeichnungen sind leider keine Garantie dafür, dass das Tier artgerecht und gut behandelt wurde. Überzeugt Euch persönlich bei Eurem Biobauern!

Milchproduktion passiert ebenfalls auf brutalste Weise. Den meisten Milchkühen geht es entsetzlich schlecht, sie werden ausgelaugt, brechen zusammen und sterben früh. Ihre Kinder wurden ihnen immer sofort abgenommen. Die Bilder von glücklichen Kühen sind Lüge. Wirklich gute Bio-Bauernhöfe sind nur kleine Ausnahmen.

Wegschauen ist zwar bequem, aber dumm, denn wir fügen uns allen Schaden zu, den Tieren und uns. Krankheit und Tod durch Bodenverseuchung und Umweltvergiftung, gehen zu unser aller Lasten. „Zuerst machen wir unsere Tiere krank, dann machen sie uns krank“, sagte Albert Schweitzer, denn das Fleisch ist voller Medikamente und Fett.

Schaut endlich hin! Seht Euch Videos im Internet an, schaut in einen Schlachthof!

Wer das sieht, isst nie mehr Fleisch. Unser sogenanntes Schlachtvieh, Schweine, Rinder, Hühner usw. sind biologische Wesen wie wir, aus gleichem Fleisch mit gleichem Nervensystem. Sie fühlen gleiche Leiden, Ängste, Freuden, Mutter-Kind-Bindung und -Verlust, haben gleiche Schmerzen, so wie wir.

„Der brutale Umgang mit Tieren lässt Menschen nachweislich verrohen und abstumpfen.

„Solange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben“, sagte Leo Tolstoi, russischer Dichter für christliches Vorbild, Abkehr von Besitz und Gewalt.

Warum lassen wir Menschen stillschweigend die Tierfolterungen in der Massenhaltung zu? Warum schreiten Politiker nicht ein? Die brauchten doch nur die ­Einhaltung des Gesetzes gegen Tierquälerei einzufordern und zu kontrollieren. Leider kümmerten sich unsere Parteien bisher nicht darum, auch nicht in Aachen. Sie kümmern sich nur um Stimmenfang mit populären Themen. Und für ihre Grillfeste nehmen sie Billigfleisch, anstatt gar kein Fleisch. Sie fördern auch damit aktiv die Tierquälerei von Massentierhaltung mit allen zerstörerischen Auswirkungen in der ganzen Welt. Sie handeln gleichgültig gegenüber den Schmerzen unserer Tiere und verantwortungslos gegenüber den Menschen und der zunehmenden Armut. Das ist alles andere als sozial.

„Und was ist mit uns? Sind wir alle gleichgültig, ignorant, gefühllos?

Die meisten von uns vielleicht nicht. Aber wir sind von Kindesbeinen an durch Erziehung und Gewohnheiten konditioniert worden. Wir hinterfragen nicht, blenden das Elend anderer aus, weil wir mit uns selbst beschäftigt sind. Wir kaufen ohne groß nachzudenken das, was in den Regalen und auf der Fleischtheke liegt, und glauben, es wäre o.k.  Dabei wird unser Verbraucherverhalten geschickt manipuliert von denen, die daran verdienen. Die Lebensmittelindustrie – wie z.B. Monsanto – manipuliert Lebensmittel und unser Verbraucherverhalten. ,Die Verbraucher werden geschickt verführt, süchtig und krank gemacht. Die Menschen werden immer dicker und kränker. Und die Industrie fabriziert lieber breitere Möbel, anstatt gesündere Lebensmittel.

„Konzerne machen, was sie wollen, erhalten keine gesetzlichen Einschränkungen, ganz im Gegenteil.

Unsere Politiker geben ihnen freie Bahn und stecken folglich mit ihnen unter einer Decke. Und immer geht es nur um persönliche Bereicherung, egal wieviel Schaden der Bevölkerung zugefügt wird. Leider spielt die große Masse der Verbraucher dieses Spiel mit durch gedankenlosen Konsum. Wie pervers ist das eigentlich?

Da werden Milliarden Land- und Wassertiere gezüchtet, gequält, sogar überproduziert, weggeworfen und dafür immer größere Mengen Wasser und Land vernichtet. Das alles, um viele Menschen ungesund und schlecht zu ernähren, während gleichzeitig viele anderen Menschen hungern müssen. Letztendlich sind wir alle Verlierer. Und die Politiker und Konzerne sind nur kurzfristige Gewinner.

Es wird höchste Zeit, dass wir als große Verbrauchermasse unsere Macht einsetzen und mit unserem Konsumverhalten endlich positiven Einfluss nehmen. Wir müssen unser Konsumverhalten überdenken und wieder selbst steuern. Jeder kann sich das notwendige Wissen aneignen, z.B. im Internet. Dort sind alle Infos über Massentierhaltung, alternative Ernährungsmöglichkeiten, globale Zusammenhänge usw., siehe Umweltinstitut München oder Albert-Schweitzer-Stiftung. Wunderbar auch die Reden von Erik Gottwald vor dem Schlachthof und das Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit, eine Ethik für Tiere bzw. warum wir umdenken müssen“ sowie das Buch „Versteckte Dickmacher, wie die Lebensmittelindustrie uns verführt, süchtig und krank macht“.

Übrigens geht die Ernährungsumstellung ganz leicht und schnell, weil es so viele schmackhafte Alternativen gibt. Danach verspürt man gar keine Lust mehr auf Fleisch, höchstens Ekel.

„Außerdem ist Fleisch nicht notwendig zur Ernährung. Es ist für uns nachweislich schädlich wegen Medikamentenrückständen und zuviel Fett.

Der Mensch behauptet, ein höheres und intelligentes Wesen zu sein, aber zerstört überall die Natur und sich selbst.

„Beteiligt Euch nicht mehr an dieser Zerstörung!

„Der Fortschritt einer Nation ist daran zu messen, wie sie mit Tieren umgeht“, sagte Mahatma Gandhi, friedlicher Widerstandskämpfer gegen Gewalt und Diskriminierung.

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Profilbild von Birgit Heitmann

Birgit Heitmann

Rentnerin in Aachen Seit 2010 Beteiligung und Redebeiträge auf Montagsdemos in Aachen wegen Sozialkürzungen (siehe youtube) Seit 2007 Beteiligung an Bürgerinitiative in Aachen, arbeitet generell für soziale Gerechtigkeit und für den Tierschutz.


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