Ein Nachruf:
11 Sep 2018
Von Paul für Tommy
ist ein Nachruf von einem Journalisten, der seit Jahrzehnten in den Mainstreammedien tätig ist, der zusammen mit Tommy Hansen seit Jahren das Zeitgeschehen verfolgte und das Projekt Free21 und das Konzept dahinter kennt. Aus persönlichen und beruflichen Gründen möchte der Autor anonym bleiben. Eine Übersetzung aus dem Englischen, redigiert von Andrea Drescher und Holger Bartholz
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Ein Strand an der dänischen Nordsee (Foto: PxHere, CC0)

Liebe Freunde 
von Tommy Hansen,


ich schreibe dies voller Trauer, um Euch zu informieren, dass unser lieber Freund Tommy Hansen verstorben ist. Er starb in der Obhut seines guten Freundes Meinhard und dessen Schwester Hemma. Tommy war sehr gut versorgt, lebte seine letzten Wochen behaglich und konnte in Frieden gehen.
Die letzten Tage verbrachte er in Meinhards Haus oben in den Bergen, wo er die Schönheit von Natur und Landschaft genießen konnte. Dort war in den letzten Jahren sein Zuhause – eine Gegend, die er liebte und wo er sich entspannen, ausruhen und auftanken konnte.


Dort war die Basis, wo er in Ruhe recherchieren, sich den Realitäten unserer Zeit und dem Aufbau eines unabhängigen Mediums widmen konnte, die authentischem Journalismus eine Zuflucht bot, damit dieser wieder den Interessen derjenigen dient, die er informieren und schützen soll – der Öffentlichkeit.


Er wird uns allen, die wir ihn kannten, schätzten und mit ihm arbeiteten, sehr fehlen.


Tommy Hansen war ein ganz besonderer Mensch.


In meiner jahrzehntelangen Erfahrung als Journalist in Zeitungen und globalen Medienkonzernen habe ich kaum einen Kollegen kennengelernt, der so viel Mut, Fleiß, Intelligenz und Hingabe bewiesen hat.


Der 11. September 2001 in New York hat die Welt verändert. Nur wenige Menschen begriffen, dass der Journalismus zu den Opfern dieses Tages gehörte. Es dauerte einige Zeit, bis sich einige Journalisten weltweit dieser Realität bewusst wurden. Die meisten haben es bis heute nicht verstanden.


Es gab offensichtliche Fragen, die beantwortet werden mussten.


Wie konnten mehrere Flugzeuge in den am stärksten verteidigten Luftraum der Erde eindringen?


Wie konnte ein dritter Turm – World Trade Center 7 –, der nicht mit den Angriffen auf die beiden anderen in Verbindung stand, ebenfalls schnell und vollständig zusammenbrechen; warum wurde das so wenig beachtet und in den Medien kaum publiziert?


Einige von uns, die damals als Journalisten tätig waren, arbeiteten weiter in unseren Jobs bei den Mainstreammedien. Obwohl wir zu der Generation gehören, in der zumindest einige das Pflichtgefühl hatten, den Interessen der Öffentlichkeit zu dienen, warteten wir darauf, dass unsere Kollegen und Kolleginnen in den Vereinigten Staaten die Fragen stellten und Antworten lieferten, sodass wir diese weiterverbreiten können.


Doch das geschah nie.


Der schnelle Kriegsbeginn in Afghanistan und im Irak, Letzteres hatte nichts mit dem 11. September zu tun, und der darauf folgende Ausbau eines „Krieges gegen den Terror“, geplant bereits seit den frühen 70er Jahren und von der Bush-Familie und ihren neokonservativen Freunden umgesetzt, ließ authentische journalistische Recherchen nicht zu. Allen, die es trotzdem versuchten, wurde eine Plattform in den etablierten Medien weitestgehend verweigert.


Wie bei vielem, was mit dem „neoliberalen Kapitalismus“ in Verbindung gebracht werden kann, versetzte man die Weltöffentlichkeit in einen Schockzustand, um dann die Wahrnehmung umzugestalten. Das ist eine sehr effektive Strategie, die dazu geführt hat, dass die Öffentlichkeit viele Veränderungen akzeptiert, die zuvor als inakzeptabel und erschreckend gegolten hatten.


Dazu gehören die Privatisierung der öffentlichen Dienste im großen Stil und ihre Nutzung als finanzielle Waffe gegen deren Kunden und ehemaligen Eigentümer ebenso, wie die faktische Zerstörung der Sozialsysteme. Der permanente Krieg gegen einen nicht erkennbaren Feind (die „Terroristen“) wird akzeptiert, Zensur und das Verbot authentischen Journalismus werden ebenso hingenommen, wie das Ende der Meinungsfreiheit, insbesondere für diejenigen, die die Realitäten des „Krieges gegen den Terror“ untersuchen und die dahinter stehenden Personen in Frage stellen.


Tommy Hansen war einer der wenigen, der sich weigerte, diese neue Realität zu akzeptieren und sich entschied zu handeln. Aber es gab eine Schwierigkeit.
Vielen von uns wurde erschreckend deutlich, dass es immer schwieriger wurde, in den Mainstream-Medien zu arbeiten. Man musste das Narrativ vom „globalen Terror“ und seiner Schwester, dem neoliberalen Kapitalismus – einer anderen Form der Kriegsführung gegen die normalen Menschen – akzeptieren und unangefochten lassen.


Der Journalismus, insbesondere der Printjournalismus, der die geschriebene Sprache nutzt, wurde durch Technologien bedroht, die hauptsächlich auf bewegten Bildern und Ton basieren. Kritisches Denken und faktenbasierte Analysen, Berichte und Untersuchungen gingen damit ebenso zurück, wie die kognitiven Fähigkeiten und die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen.


Um so notwendiger wurde es, ein traditionelles Printmedium und seine Stärken in einer wirklich unabhängigen Form umzusetzen, das neue Technologien nutzt und direkt von denen finanziert wird und verantwortlich ist, denen der Journalismus dienen soll.


Eine weitere Schwierigkeit wurde ebenfalls deutlich: Echtem Journalismus und Medien, die über die Realitäten hinter dem „Terror“-Narrativ berichten, droht die Gefahr eines Verbotes, damit der „Krieg gegen den Terror“ ungehindert weiter eskalieren kann. Entsprechendes Wissen und Erkenntnisse lassen sich problemlos aus der schnell wachsenden digitalen Landschaft entfernen.


Auch andere Realitäten gibt es, deren sich einige erst allmählich bewusst werden: Eine globale Agenda, die vom Club of Rome entworfen wurde und unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen um den Planeten rollt – eine Agenda der Kontrolle für das neue Jahrhundert – die UN Agenda 21.


Nach dem derzeitigen Stand der Recherche soll unter dieser Schirmherrschaft der Widerstand der Öffentlichkeit gegen die zunehmende Nutzung endlicher fossiler Brennstoffreserven, die Ausweitung der Kommerzialisierung und die damit verbundene Zerstörung der globalen Umwelt sowie die Ausweitung der Kriegsführung und der Militarisierung unserer Gesellschaften dazu genutzt werden, diesen Widerstand gegen sich selbst zu lenken.  


Die Hauptlast aller Probleme trägt so die Öffentlichkeit und nicht deren Verursacher. Und sie tut dies in dem Glauben, dass sie die Welt vor Verwüstung durch unkontrollierbaren Klimawandel rettet. Das führt zu einer Politik, die die Produktion von Benzinfahrzeugen in den kommenden Jahrzehnten ebenso verbietet, wie das Verbrennen oder Recyceln von Gartenabfällen.


Die Menschen werden verlockt, ihre Finanzen, ihre Zeit und ihren Einsatz zunehmend in die Lösung derartiger Probleme zu investieren, während genau diese Probleme gleichzeitig durch die eigentlich Verantwortlichen weiter verschärft werden – ohne, dass diese dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Viele der Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels erscheinen den vernünftigen Menschen als ansprechend und wünschenswert. Aber es gibt offensichtlich ein langfristiges Ziel dahinter: In den kommenden Jahrzehnten sollen die Menschen in dicht bebauten Hochhaussiedlungen zusammengepfercht werden, wo sie unter totaler und permanenter Überwachung stehen. Am Ende sollen wir alle in „Smart Cities“ leben, das Umland wird von seinen ehemaligen Bewohnern geräumt. Umgesetzt wird das durch zunehmend restriktivere lokale Planungsgesetze und den Ausbau von Nationalparks. Das ist keine Fantasterei. In China ist es zum Teil bereits Realität. Dank des derzeitigen Fake-Plastikgeldsystems, können Menschen in ein hier­archisches System entsprechend ihres „Social Credits“ eingestuft werden.


Im Westen bilden Facebook und die angestrebte bargeldlose Gesellschaft die Vorreiter. Das „Internet der Dinge“ und die immer enger werdende Vernetzung sind rasant auf dem Vormarsch. Und in Europa, beispielgebend für andere europäische Staaten, ist Großbritannien heute die am besten überwachte Nation der Welt.


Für die Umsetzung dieser Themen – UN-Agenda 21, „Krieg gegen den Terror“ oder der „neoliberale Kapitalismus“ – sind kontrollierte Medien und willfährige Journalisten unverzichtbar.


Tommy Hansen hat das – ebenso wie diejenigen, die mit ihm zusammengearbeitet haben – verstanden. Und nicht nur das. Vor einigen Jahren ging er den mutigen Schritt und entschied sich, dieses „System“ zu verlassen. Er entzog sich diesem materiellen, konsum- und geldbasierten System, in das wir alle eingebunden sind – und nahm dafür schmerzhafte persönliche Opfer in Kauf.


Er veröffentlichte sein Buch zum 11. September – „11. September 2001 – still no answers?“ – und überlegte intensiv, was er persönlich sonst noch tun könnte.  


Sein Ziel war es, den der Wahrheit verpflichteten Journalismus zu retten und ihm eine neue Heimat – textbasiert und gedruckt – zu schaffen. Auch wollte er die geistigen Fähigkeiten und das Wissen der Menschen erhalten und stärken, die notwendig sind, um die Realitäten des 21. Jahrhunderts zu verstehen und zu handhaben.


Es waren die Aufopferung und diese Distanzierung vom System, deren Folgen er sehr bewusst in Kauf nahm, die ihm die Objektivität gaben, frei zu denken und seine Lösung zu entwickeln: Free21. Freiheit im 21. Jahrhundert.


Free21 steht für eine Zeitschrift und eine Website, die direkt von ihren Lesern und Unterstützern finanziert werden. Sie dienen ausschließlich dafür, Inhalte zu recherchieren, zu berichten und die Menschen unabhängig zu informieren. Alle Artikel und das Magazin sind im Zeitungsdesign im A4-Format layoutet und können weltweit gedruckt werden, da sie im PDF-Format allen zugänglich sind.


Das Projekt Free21 hat auch die Aufgabe unser Wissen zu erweitern, damit wir in Europa, aber auch darüber hinaus in der Lage sind, die Werte und Freiheiten zu schützen, die im Anschluss an die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs mühsam errungen wurden.


Sein Motto war „Power to the Paper – Alle Macht dem Papier“. Und er hatte Erfolg. Free21 hat jetzt die Unterstützung durch Abonnenten, Anhänger und von vielen Freiwilligen, die sich ehrenamtlich engagieren. Das Projekt wächst weiter.


Free21 ist stark in Deutschland vertreten, startet jetzt in Tommys Heimat Dänemark und wird in Zukunft auch auf Englisch und Französisch verfügbar sein. Darüber hinaus gibt es weitere Pläne und Projekte, um das Wissen und die Recherchen zu erweitern und zu schützen.

Tommy hat uns verlassen. Sein Lebenswerk, sein Engagement und sein Geist leben weiter – in Free21. Tommy, wir machen weiter und Du wirst bei uns sein. Immer.

Paul

 

Für den Inhalt der einzelnen Artikel sind die jeweils benannten Autoren verantwortlich. Die Inhalte der Artikel und Kommentare spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

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