Kommentar:
29 Jan 2016
Wie wir die Vorfälle vom Kölner HBF als Chance nutzen können
Nur wenn wir die Missstände ehrlich beim Namen nennen und nicht mit zweierlei Maß messen, wenn wir Fluchtursachen und Integrationsprobleme, aber auch die Ursachen dafür umfassend aufarbeiten, schaffen wir es, nach Köln in diesem Land wieder zu einem Miteinander und einer Weiterentwicklung unseres Zusammenlebens zu finden.
Profilbild von Ken Jebsen
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Köln nach Sylvestervorfällen 2015 (Foto: Superbass, CC BY-SA 4.0)
Dafür gilt es, linken und rechten Populismus zu durchschauen und die politische Klasse dazu zu zwingen, nicht wie so oft aus wahl- und parteitaktischen Gründen halbherzig die Symptome zu bekämpfen, sondern endlich eine mutige und souveräne Politik der Verantwortung und der nachhaltigen Veränderung zu betreiben. Als Mercedes-Benz in den frühen 50er-Jahren als erster Automobilhersteller der Welt seinen Fahrzeugen serienmäßig eine Knautschzone verpasste, folgte es damit dem Rat von Ingenieur Béla Barényi. (1) Der gebürtige Österreicher mit ungarischen Wurzeln hatte sich nicht nur über passive und aktive Sicherheit des Autos an sich den Kopf zerbrochen, er war auch so vorausschauend, das Auto in seiner sich schnell ändernden „natürlichen“ Umgebung zu Ende zu denken. Barényi fragte sich, was passiert, wenn immer mehr Menschen sich ein Fahrzeug zulegen, ohne dass die Straßen auch nur annähernd würden mitexpandieren können: Staus wären die Folge, aber vor allem wären Unfälle keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. Barényi machte seinen Arbeitgeber darauf aufmerksam, dass es eine gute Investition in die Zukunft wäre, die verkauften Fahrzeuge zukünftig und konsequent so zu gestallten, dass ein schwerer Unfall nicht automatisch zum Verlust des Kunden führen müsse. Ein Mercedesfahrer, der einen schweren Crash unbeschadet überlebt, ist nicht nur die beste Werbung für die Marke an sich, für ihn käme ein weniger sicheres Fahrzeug auch nie wieder in Frage. So wurde Sicherheit Teil des Marketings und ist seither im Automobilbau eines der stärksten Verkaufsargumente überhaupt. Speziell die Stuttgarter sind bis heute auf diesem Gebiet führend. Sie verbauten als erste ABS, Gurtstraffer oder Airbags. Was hat dieser kurze Ausflug mit Köln zu tun? Eine Menge. Barényi war klug genug, um zu erkennen, dass es sinnlos wäre, eine sich ankündigende Tendenz mit all ihren Folgen zu leugnen. Man muss sich der Herausforderung stellen und versuchen, aus dem Nachteil einen Vorteil zu generieren. Mercedes-Benz war so klug, dem Rat Barényis zu folgen und Millionen in aufwendige Tests zu investieren. Dadurch wurden die Fahrzeuge gegenüber der Konkurrenz zwar teurer, aber auf lange Sicht lohnte sich die Investition. Es wird bei den Schwaben mit Sicherheit auch Pfennigfuchser gegeben haben, die die zunehmende Gefährlichkeit des Autofahrens kleingeredet haben, da sie bei einer weiteren Verteuerung des Produktes den Absatz gefährdet sahen, aber in Stuttgart erkannte man, dass die Zukunft sich nicht darum kümmert, wie man sie gerne hätte. Sie belohnt nur denjenigen, der sie in der Gegenwart treffender deuten, sprich: vorhersagen kann. Automobil-Konstrukteure lieben Herausforderungen. Gibt es zu wenige davon, erfinden sie welche. In der Formel 1 gibt es im Lager der Mechaniker keine Denkverbote. Das unterscheidet diesen Sport von der Politik.

Bigott

„Bigotterie“ ist ein Begriff, der das Wort „Verlogenheit“ so verpackt, dass man es im Alltag benutzen kann, ohne dass sich jemand beleidigt fühlt. Nicht mal der, dem man das Wort eben an den Kopf geworfen hat. Wir alle sind mehr oder weniger bigott, wenn es um Nicht-Deutsche, Neu-Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund, Asylbewerber oder Gastarbeiter geht. Speziell das Wort Gastarbeiter zeigt, mit welcher Verunsicherung Deutschland 70 Jahre nach Kriegsende immer noch mit Menschen kämpft, die dieses Land vor allem aufsuchen, um Arbeit zu finden. Sie kommen, um zu bleiben, um zu bleiben, bis diese Arbeit getan wurde, und daraus wird, ehe man sich versieht, mehr als ein Leben. Es gab Zeiten, da wurde von Deutschland regelrecht um jede Hand, die beim Wiederaufbau helfen konnte, gebettelt. Das Land war schließlich vollkommen zerstört und der Marshallplan hätte ohne die ehemaligen Feinde, die jetzt aus ganz Europa wieder nach Deutschland strömten, um den Deutschen und sich selbst eine friedliche Zukunft zu realisieren, nie und nimmer in die Tat umgesetzt werden können. (2) Nach dem heißen Krieg tobte der Kalte Krieg in Europa, und speziell am Beispiel Bundesrepublik Deutschland wollten die USA dem Erzfeind UdSSR zeigen, wo statt der Sichel der Hammer hängt und welches Wirtschaftssystem das überlegenere sei. Der Wohlstand der BRD sollte die DDR alt aussehen lassen. Wie das Experiment final ausging, wissen wir spätestens seit dem Fall der Mauer. (3) Wie gesagt, ohne massiven Zuzug aus dem Ausland wäre das „Wirtschaftswunder“ der neuen Republik nicht gelungen. Auch wenn der Name Armano Rodgrigues de Sá den meisten Menschen heute nichts mehr sagen wird – mit ihm kam der eine millionste Gastarbeiter nach Deutschland. Er kam mit dem Zug, und er stieg in Köln aus. (4) Schon damals hätte die BRD reagieren müssen, wie Mercedes-Benz es als urdeutsches Unternehmen vormachte. Ja, Mercedes baute auch die Produktion in Untertürkheim aus, (5) nur war dieser Schritt eben nur eine Reaktion, die mit dem Vermarktungstool „Sicherheit“ zu tun hatte. Mercedes wusste, dass mehr Autos eben automatisch auch mehr Crashs bedeuten würden. Mercedes leugnete diese kommen Crashs nicht. Es stellte sich ihnen. Anders als Menschen sind Autos, die aufeinander prallen, deutlich leichter zu optimieren. Bei Autos kann man sich auch recht fix auf verbindliche Standards einigen. Normen. Wer diese Normen nicht erfüllt, wird entweder abgestraft oder aber der deutsche TÜV versagt die Zulassung für den deutschen Markt. In den USA sind die PKW-Normen aber noch einen Zacken schärfer, und so wird in Übersee kein Testergebnis so gefürchtet wie „Unsafe at any speed“. (6) Bei Menschen wie bei Autos wächst das Problem vor allem mit der Masse. Wenn unter 10.000 Autofahrern zehn Fahranfänger am Straßenverkehr teilnehmen, ist die Gefahr, von einem Anfänger überrollt zu werden, eher gering. Wächst die Zahl auf 500, wird es schon deutlich unsicherer, vor allem für Fußgänger. Wenn aus den 500 dann 1000 werden und die sich an kaum eine Regel halten, schaukelt das Experiment auf. Dann nämlich rebellieren nicht nur die 1000 Anfänger, dann halten sich auch immer weniger erfahrene Führerscheinbesitzer an die Regeln. Sie tun das umso weniger, je stärker der Staat das sich abzeichnende Problem leugnet. Zum Beispiel, wenn es zu einem Unfall mit einem Rowdy kommt, der Staat dem erfahrenen Fahrer aber erklärt, dies sei entweder ein Einzelfall oder aber die Betroffenen dürften nicht darüber reden. Das tun sie natürlich trotzdem. Spätestens wenn sie eine Werkstatt anfahren und dort erklärt bekommen, man hätte erst in einem Monat eine freie Hebebühne, denn in der Halle stünden jede Menge kaputter Kundenfahrzeuge. Kaputt nach einer Kollision mit einem Fahranfänger. Nicht umsonst wurde irgendwann mal der Stufenführerschein eingeführt, auch „Führerschein auf Probe“. Wer sich innerhalb von zwei Jahren nach bestandener Prüfung in der Praxis Fehler leistet, muss nachsitzen oder bekommt die Pappe wieder abgenommen. Unter all den Nachsitzenden sind vor allem junge Männer. Die Problemzone zieht sich von 18 bis 24. (7) Am häufigsten sind die Rowdys Deutsche. Das hat vor allem damit zu tun, dass in der BRD mehr junge Deutsche Auto fahren als männliche Fahrer ohne deutschen Pass. Unter den Deutschen wird es natürlich auch jede Menge Personen mit Migrationshintergrund geben, die dumm auffallen. Warum auch nicht? Testosteron ist kein Hormon, das an eine bestimmte Staatsbürgerschaft, Kultur oder Religion gekoppelt ist. Wenn ein in der BRD geborener oder schon Jahre hier lebender Afghane einen Auffahrunfall mit Personenschaden verursacht und die Versicherung zu dem Ergebnis kommt, dass er aufgrund von Trunkenheit der alleinige Verursacher des Schadens ist, würde niemand ernsthaft auf die Idee kommen, im späteren Gerichtsverfahren der Justiz vorzuwerfen, sie wäre rassistisch, wenn sie den Rowdy schuldig spricht. Käme es dann aber immer häufiger zu einem Freispruch, weil die Richter immer häufiger fürchten müssten, sonst von Presse und Politik als rassistisch betitelt zu werden, hätte die Justiz sehr schnell ein Problem. Der Bürger würde erst seinen Respekt vor dem Rechtsstaat verlieren und dann wenig später auf Selbstjustiz umschalten. Die Polizei wäre am Unfallort weniger mit Blechschäden als mit Faustschlägen konfrontiert. Nichts untergräbt den Rechtsstaat mehr als bewusst in Kauf genommene, da zum Teil von oben diktierte Ungerechtigkeit. Wer einen straffällig gewordenen Nicht-Deutschen mit Glacéhandschuhen anfasst, während er einen Einheimischen für dasselbe Fehlverhalten einbuchtet, setzt das ein, was man vielleicht „linken Rassismus“ nennen könnte. Anders als der rechte Rassist unterstellt der „linke Rassist“ dem Ausländer nicht ab Werk, ein Schurke zu sein; er leugnet bei ihm vielmehr die Fähigkeit dazu. Aus Angst vor der Realität, die in den eigenen Kreisen kaum laut auszusprechen ist, ohne extrem schief angeschaut zu werden. Einen sehr sezierenden Artikel zu diesem „linken Rassismus“ konnte man dieser Tage auf dem Blog „Propagandaschau“ lesen. Im Text heißt es u.a.: „Zur Normalisierung in der Wahrnehmung gehört die simple Tatsache, dass Migranten genauso kriminell, bösartig und selbstverständlich auch rassistisch sein können wie die Gesellschaft, von der sie aufgenommen werden möchten. Während ein bösartiger Rassismus dadurch gekennzeichnet ist, dass er unbewusst oder mit Vorsatz alle negativen Merkmale, Verhaltensmuster, Normabweichungen oder Missachtungen der Gesetze und Gepflogenheiten durch Migranten in den Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung drücken will, verschließt der naive ‚linke‘ Rassismus die Augen selbst dann, wenn die anti-sozialsten Subjekte unter den Migranten sich schwerster Straftaten schuldig machen. In beiden Fällen ist eine oftmals ideologisch motivierte, mangelnde Bereitschaft zur Differenzierung die Ursache.“ (8) [Anm. d. Red.: auch hier im Magazin] Diese Aussage ist absolut zutreffend. Niemand ist aufgrund seiner Andersartigkeit, für die er nichts kann, da er so auf die Welt gekommen ist, schlechter als die fremde Masse, in deren Mitte er sich befindet. Aber eben auch nicht besser. Wer den Fehler macht, Nichtdeutschen Dinge durchgehen zu lasen, für die er einem Deutschen die Polizei auf den Hals hetzen würde, tut vor allem einer Gruppe keinen Gefallen: All jenen Menschen mit Migrationshintergrund nämlich, die sich äußerst korrekt an Gesetz und Ordnung halten. Sie werden im Falle Köln für die Idioten aus dem Ausland in Mithaftung genommen und gejagt. Der „linke Rassismus“, der Rassismus, der bis heute als Überreaktion auf die NS-Geschichte zu werten ist, nützt vor allem den immer real-existierenden braunen Horden. Aber auch jede Menge gefrustete Otto-Normal-Bürger lassen sich schnell von einem tobenden Mob in Rage versetzen, schwingen – wenn auch passiv – irgendwie mit und sehen zumindest weg, wenn plötzlich wieder Flüchtlings-Unterkünfte brennen. Wie bereits erwähnt, sind die Ursachen dieser Ausschreitungen hier nicht nur bei den Nazis zu suchen. Die benötigen nämlich keinen besonderen Grund, um im Ausländer, im Nicht-Deutschen an sich den Feind und Sündenbock zu erkennen. Nur ist das Leugnen oder Nicht-wahrhaben-Wollen von durch Ausländer begangenen Straftaten eben nicht die Lösung, sondern ganz im Gegenteil eine Art brauner Brandbeschleuniger für diese Szene. Und diese Szene wächst. Warum gab es nach Köln so heftige Reaktionen? Nun, dafür gibt es ein ganzes Füllhorn von Gründen, die über Jahre vor sich hin geschwelt haben und für die Köln jetzt der letzte Funke war, um massive Stichflammen zu generieren. Wenn bei der aktuellen politischen Großwetterlage der Wind jetzt auffrischt und nach rechts dreht, so hat dieses Land verdammt schnell ein echtes Problem. Bürgerkriegsähnliche Zustände dürften dann zwar immer noch nicht die Regel, aber eben auch keine Seltenheit mehr sein. Was ist alles drin im Köln-Cocktail? Da haben wir an vorderster Front ein jahrelanges Ausblenden von sich entwickelnden Parallelgesellschaften. Wie sind diese entstanden? Sie sind entstanden, weil Deutschland es über Jahrzehnte versäumt hat, einen Plan zu entwerfen, der echte Integration hätte fair regeln können. In den Köpfen der Regierung herrschte immer noch das Bild vom eher einfach gestrickten Gastarbeiter vor, der kaum Deutsch sprach und dessen Arbeitskraft man billig haben konnte. Hätte man diesen Menschen eine wirkliche Integration angedeihen lassen wollen, so hätte man das nur über mehr Bildung erreichen können. Ein gebildeter Arbeiter aber muckt auf, schließt sich Gewerkschaften an und will mehr Rechte, mehr Gewinnbeteiligung. Wer den Aktionären eines Automobilgiganten die Frage stellt: „Würden Sie auf Teile der Ausschüttungen verzichten, wenn wir Ihnen im Gegenzug versichern können, dass Ihre Arbeiter mehr Bildung erhalten und damit auch mehr Lohn, und dass Sie, liebe Aktionäre, vor allem den Kindern dieser Arbeiter damit echte Integration ermöglichen?“, der müsste kein Hellseher sein, um die Antwort voraussagen zu können. Shareholder Value. Oder direkter: Der Kanacke kann froh sein, dass er hier Arbeit hat. Dieses Land verdankt seinen Wohlstand auch der vorsätzlichen Nicht-Integration der ersten Gastarbeitergeneration. Man leugnete die Probleme, die kommen würden, wenn Millionen Gastarbeiter Millionen Kinder in die Welt setzen. Solange der Bedarf an weiteren einfach gestrickten Arbeitern mit möglichst wenig deutschem Anspruchsdenken da war, war es unserem Staat egal, dass die Menschen nach der Arbeit einfach unter sich blieben und ihre Entwurzelung dadurch kompensierten, dass sie versuchten, ihr Heimweh durch das Aneignen von deutschen Stadtteilen zu kompensieren. Der Sozialromantiker feierte das als „Kreuzberger Nächte“, die bekanntlich lang waren und wo man überall das Gefühl hatte, auf einem lässigen Basar zu sein. Wir Deutschen wollten nicht sehen, was passiert, wenn immer mehr Menschen sich auf immer knapperem Raum mit einer nie angenommen deutschen Kultur konfrontiert sahen. Einer Kultur, die es auch den Gastarbeitern der zweiten und dritten Generation durchgehen ließ, dass man es noch nicht einmal mit der Sprache des Landes hatte. Diese immer größer werdende Personengruppe mit Migrationshintergrund ist weder in Deutschland, aber schon gar nicht in der Heimat ihrer Eltern oder Großeltern zuhause. Für diese Menschen ist Kreuzberg oder Neukölln kein cooler Szenebezirk, es steht eher für offene Käfighaltung. Mit dem Ansteigen dieser Massen wuchs das Problem einer Gruppe, die sich bis heute als Verlierer erkennen muss. Wir haben es im Kern mit einem Klassenproblem zu tun, bei dem geringe Bildung zu Minderwertigkeitskomplexen führt. Wer in diesem Sumpf den Gefrusteten den politischen Islam als Aufstieg anbietet, verwendet den Koran wie Scientology die Werke von L. Ron Hubbard. Dem ist mit Logik kaum noch beizukommen. Denjenigen, die sich als Looser des Systems empfinden, kann jeder x-beliebige Klub eine Form des Selbstwertgefühls verkaufen, die billiger ist als Kokain und die zudem auch länger anhält. Generell gilt: je weiter unten, desto leichter zu radikalisieren. Das Nicht-wahrhaben-Wollen dieser sozialen Realität, vor allem in linken Kreisen, ist der rote Teppich für echte Rechtspopulisten, denen es nicht um den Missstand geht, den sie beschreiben, sondern vielmehr um den Umsatz, den sie mit ihren Büchern, Gazetten und Vorträgen zum Thema machen können. Auch diese Leute sind nicht ehrlich, im Vergleich zu den Linken sind sie aber auch noch bösartig gegenüber Ausländern an sich. (9) Linke wie rechte Populisten haben eines gemeinsam: Ihre Karriere hängt jeweils davon ab, nie das vollständige, sondern stets ein verzerrtes Bild zu zeichnen, um dieses der eigenen Fan-Kurve zu verkaufen. In jedem Fall werden die Menschen, die angeblich im Fokus stehen, für politische Karrieren benutzt und missbraucht.

Die NS-Zeit

Die NS-Zeit begann und endete im letzen Jahrhundert, und man kann ohne Übertreibung sagen, dass sich Nachkriegsdeutschland seiner Vergangenheit gestellt hat. Fertig sind wir zwar noch nicht, zumal die Forschung immer noch neue Aspekte der NS-Herrschaft zutage fördert, z.B. inwiefern Hitler-Deutschland aus dem Ausland querfinanziert wurde. Fakt aber ist: Kein Deutscher kann heute von sich behaupten, der Begriff „Nationalsozialismus“ würde ihm nichts sagen. Wohl keinem anderen Volk wurde der Satz „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ mehr eingehämmert als den Deutschen nach 1945. Parallel dazu wurden Demokratie und Rechtsstaat gelernt, und der neue Deutsche musste feststellen, dass die neuen Führer, wenn es um Mord und Totschlag ging, auch nicht gerade zimperlich waren. Allen voran die USA, die seit dem Zweiten Weltkrieg ca. 20 bis 30 Millionen Menschen mittels Militärmaschinerie ermordet haben, ohne dass dies groß kommentiert werden durfte. „Warum schweigen die Lämmer?“, fragt der Kieler Psychologieprofessor Rainer Mausfeld in seinen Vorlesungen. (10) Die Antwort ist simpel: Wenn es um Kadergehorsam geht, um ein kollektives Wegducken vor der jetzt neuen US-Führung, hat sich wenig geändert. Ein Volk ist sehr leicht gefügig zu machen, wenn man es einschüchtert. Oder, um mit dem römischen Historiker Tacitus zu sprechen: „Bedrohlich wird das Volk, wenn es ohne Furcht ist.“ Nie waren wir so ängstlich wie heute. Für die Eliten ist das ein Hebel, der permanent angewendet wird, um die Massen in entsprechende Bahnen zu lenken. Und diese Bahnen führen in der Regel an die Front. Der von den Deutschen im „Dritten Reich“ verübte Massenmord wirkt bis heute wie ein Knebel. „Unrecht ist Recht, wenn es der Mächtige tut.“ Oder wenn es der tut, der den Mächtigen näher steht als man selber. Stichwort Israel. Die Beziehung Deutschland-Israel kann man auf politischer Ebene nur als schizophren bezeichnen. Um die eigenen Verbrechen gegenüber den europäischen Juden zu kompensieren, sieht Deutschland seit Jahrzehnten weg, wenn das zionistisch-rassistische Regime in Jerusalem die Rechte der Palästinenser in den Staub tritt. (11) Wir versuchen, unsere Schuld am jüdischen Volk zu kompensieren, indem wir die Dauerverbrechen der israelischen Regierungen ignorieren, als gäbe es sie gar nicht. Damit schaden wir nicht nur allen Palästinensern vor Ort. Wir schaden auch allen säkularen Juden in Israel, die sich immer mehr in einem religiös-fanatischen Gottesstaat wiederfinden. In Israel ist die Rassentrennung die unsichtbare DNA des Staates. Wer als jüdischer Bürger dagegen verstößt, und sei es nur in Buchform als Romanautor, der bekommt massive Probleme mit der Regierung. (12) Zu all dem hat man als Deutscher zu schweigen. Auch die Waffenlieferungen an dieses Apartheidsregime sollten möglichst unkommentiert bleiben. Wer sich privat äußert, bekommt schnell den Stempel „braun“ oder „Querfront“ verpasst; wer es als Medienvertreter wagt, sich kritisch zu äußern, wird vom System sofort und erbarmungslos gemobbt. Man muss schon jüdische Wurzeln haben und wirtschaftlich unabhängig sein, um so Tacheles reden zu können wie die Menschenrechtsaktivistin Evelyn Hecht-Galinski, die seit Jahren für die Menschenrechte der Palästinenser kämpft. Lautstark. Hecht-Galinski prangert zurecht an, dass unter Merkel jedes politische Thema als heikel gilt. Das fängt bei Amerika an, geht über die NSA bis Guantanamo und endet in Palästina oder der Flüchtlingssituation, die es ohne chronische Beteiligung der Bundeswehr an NATO-Angriffskriegen ja so gar nicht geben würde. (13) All das ist Teil des Köln-Cocktails, und der schmeckt abgestanden und bitter. Dieser Text soll die Taten und Täter von Köln unter keinen Umständen relativieren, er versucht nur, eine Bilanz der Gesamtstimmung zu zeichnen. Köln brachte nur ein Fass, in dem sich abgestandenes Wasser über Jahrzehnte stauen konnte, zum Überlaufen. Hier roch es längst faulig. Kommen wir zu weiteren Zusätzen des Köln-Cocktails. Wer in Deutschland offen über die existierende Kriminalität bei Nicht-Deutschen spricht, bekommt schnell von den deutschen Leitmedien einen Maulkorb verpasst: Dies passt nicht ins Konzept der „Willkommenskultur“. Als ob man es seinen deutschen Freunden durchgehen lassen würde, wenn sie einen angreifen. Dem ehemaligen Justizminister von Niedersachsen, Christian Pfeifer, wurde in Bezug auf Köln von den interviewenden Medien im Vorfeld gesagt, er möge nicht den Begriff „Flüchtlinge“benutzen. (14) Ist das schon Zensur oder ist inzwischen bekannt, wer in Köln die Frauen vergewaltigte? Wenn es Flüchtlinge waren, muss man das sagen dürfen, ohne von den Tätern auf den Rest aller Flüchtlinge zu schließen. Letzteres wäre nämlich wirklicher, rechter Rassismus. Ein „linker Rassismus“ wäre es aber, aus den in Rede stehenden Flüchtlingen künstlich anonymisierte Täter zu machen, nur weil man Angst vor einer Bevölkerung bekommt, die man selber über den Hebel Presse seit dem 11. September konsequent und pauschal aufgehetzt hat, gegen alles, was ein Moslem sein könnte. (15) Moslems werden seit den bis heute nicht endgültig aufgeklärten Anschlägen vom 11. September 2001 pauschal „für alles“ verantwortlich gemacht, sie seien quasi „ab Werk“ Terror-Paten, Menschenschlächter und seit Köln eben auch Massenvergewaltiger. Hinter diesem seit langer Zeit propagierten Weltbild verbirgt sich eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die in Middle East Sunniten und Schiiten und in Europa Muslime und Christen aufeinanderhetzt. Wem nützt das alles? Wer profitiert? Ist das alles, wirklich alles Zufall? Wer die letzen drei Fragen öffentlich stellt, kann sich auf ein Dauerfeuer der Mainstream-Medien gefasst machen. Dabei werden diverse Hebel in Stellung gebracht, die latente Ressentiments gegen den Islam an sich bedienen. Spannend ist, wer diese Vorurteile bedient und wo. Da haben wir neben AfD und Pegida aktuell ganz vorne Alice Schwarzer. Die Frau, die als Feministin in den 70er- und 80er-Jahren noch eine echte Rolle spielte, hat schon lange keine Probleme mehr damit, ausgerechnet für die Bild-„Zeitung“ die Kolumnistin zu machen. Dass die „Bild“ die Frau seit Bestehen nur als Sex-Objekt verkauft, ist Alice egal. Alice Schwarzer hat ihre Ideale verkauft und ist dafür bereit, sich benutzen zu lassen. (16) So wie Joschka Fischer, der als damals schon Oliv-Grüner für den Jugoslawienkrieg trommelte, um später in Übersee ein paar lumpige Dollars abzugreifen, und der heute gegen Putin hetzt (auch in der „Bild“, wo sonst?) (17), so lässt sich Alice Schwarzer vor den Karren der US-gelenkten Islam-Hetze spannen. Im Interview mit N24, einem Channel, den sich Springer mit dem Ex-Chef-Redakteur des ehemaligen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ teilt, antwortet sie auf die Frage „Ist das Kind nicht schon in den Brunnen gefallen?“: „Irgendwann muss man ja anfangen, es richtiger zu machen. Wir müssen reingehen in diese Communities, in diese Milieus, wir müssen den Müttern sagen: ‚Kommt heraus aus dem Haus, und lernt Deutsch!‘ Bei Asylsuchenden verbunden mit Auflagen. Die Töchter müssen die gleichen Freiheiten haben wie ihre deutschen Freundinnen! Und die Söhne die gleichen Chancen. Wir müssen der seit 25 Jahren ungebremst laufenden islamistischen Agitation endlich etwas entgegensetzen. Und lernen, stolz zu sein auf das, was wir so hart errungen haben: Rechtsstaat, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter.“ (18) Richtig, Frau Schwarzer, aber wann gehen Sie über Springer rein in die Community der NATO? In diese Rüstungs-Milieus. Wann sagen Sie den Bombenopfern im gesamten Nahen Osten, konzentrieren Sie sich meinetwegen nur auf die Frauen, wann sagen Sie denen: „Kommt heraus aus dem Haus, und klagt an! Die Töchter müssen die gleichen Freiheiten haben wie ihre deutschen Freundinnen! Und die Söhne die gleichen Chancen!“ Wann? Wir müssen der seit 25 Jahren ungebremst laufenden US-Agitation endlich etwas entgegensetzen. Jeder Rechtsstaat, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter wird dort auch mithilfe westlicher Konzerne, westlicher Regierungen unterdrückt! Das wäre das ganze BILD. Die ganze Medaille. Man kann nicht einzelnen Nicht-Deutschen nur ihr Fehlverhalten vorhalten, man muss parallel die Ursachen ihrer Massenflucht benennen. Es sind NATO-Kriege und NATO-Terror-Patenkinder wie der IS – eine Schöpfung des Westens und seiner Partner. Wir sind der Terror. Durch unser Zutun kam es zu unkontrollierten Grenzöffnungen an den Außengrenzen Europas. Außerdem: Hinter jedem Flüchtling steckt ein Waffenhändler. (19) Zudem gilt: Nicht jeder Asylsuchende ist ein Migrant. Wenn in Köln marokkanische Banden am Werk waren, die hier weder das Recht auf Asyl haben noch Flüchtlinge sind, dann muss man das exakt so aufdröseln. So oder so ist deutsches Recht anzuwenden, dafür existiert es. Gleiches Recht für alle, oder eben gegen alle, die gegen dieses Recht auf deutschem Boden verstoßen. (20) Wir müssen aufhören, permanent mit zweierlei Maß zu messen und – wie unser Bundesjustizminister H&M – permanent so zu tun, als wüsste dieses Land nicht, dass die hiesige Justiz Ermittlungen ganz gern im Sande verlaufen lässt, wenn die Politik selbst in den Fokus geraten könnte. Stichwort NSU – mehr geschreddert wurde nie. (21) Und dann wird es Zeit, die Standards der Nürnberger Prozesse endlich wieder einzuführen. Es ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten, dass ausgerechnet Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder öffentlich über Merkels Flüchtlingspolitik verkündet: „Das ist gefährlich, und das ist auch nicht richtig.“ (22) <http://www.spiegel.de/…/fluechtlinge-gerhard-schroeder-und-…>Irre, war es doch Schröder selbst, der als erster Deutscher Kanzler nach 1945 das Völkerrecht brach, um in Jugoslawien anzugreifen. Seither rollt eine immer größere Flüchtlingswelle auf die BRD zu und schafft hier maximale Probleme. (23) Was tun? Wie kommen wir raus aus diesem Killer-Karneval? Wir müssen, wenn auch mit reichlich Delay, eine Knautschzone für Menschenmassen entwickeln, die, wenn auch nur vorübergehend, bei uns Quartier finden müssen, da wir an ihrer Vertreibung beteiligt waren und sind (was beileibe nicht für alle ein Bombengeschäft ist). Die Menschen werden nicht alle problemlos integriert werden können, zudem wird es Milliarden kosten. Das Geld ist allerdings da: Wir verpulvern es nonstop in Kriegen. Allein das Abstellen der Patriot-Raketen an der türkisch-syrischen Grenze hat den Steuerzahler 60 Millionen Euro gekostet! (24) Von den Bankenrettungsmilliarden müssen wir gar nicht anfangen. Und wenn wir dann über das zum Teil merkwürdige Frauenverständnis mancher Moslems reden, das Kopftuchverbot fordern, dann bitte komplett reinen Tisch machen: Welches Rollenbild wird von anderen Hardcore-Religionsvertretern in der BRD propagiert? Darf, wer das Kopftuchverbot an Schulen fordert, vor der Kippa Halt machen? Stopp den Doppelstandards. Und wann werden die Missbrauchsskandale der katholischen Kirche endlich vollständig ans Tageslicht gebracht? (25) Eine neue Qualität des Reinen Tisches muss her, denn hier stimmt so einiges nicht. Keine Tabus mehr, wenn es um Drohnenmorde mit deutscher Logistik geht. Wer wie die USA in Ramstein das Gastrecht missbraucht, der muss ausgewiesen werden. Machen wir es wie in den 50er-Jahren Mercedes-Benz, bereiten wir uns auf den Crash vor, denn er wird kommen. Wer jetzt Maßnahmen trifft, „soziologische Knautschzonen“ konstruiert, Einwanderung gezielt organisiert, die Menschen integriert und gegen jeden hier Lebenden das gleiche Recht durchsetzt, kommt vielleicht mit einem Blechschaden davon. Wer all dies aber weiterhin unterlässt, produziert eine Massenkarambolage und unzählige Tote. Das Erste, was ein erfahrener Autofahrer tut, wenn er erkennt, dass die Straße schlecht und die Sicht miserabel ist: Er geht vom Gas! Köln kann eine Chance werden, wenn wir jetzt den Fuß vom Gaspedal nehmen.

Unser Rat:

Die Gesamtsituation, den Status quo ohne Wenn und Aber benennen. Verursacher in die Pflicht nehmen und im Kollektiv zum Umdenken auffordern. Mit dem NATO-Austritt drohen. Mit oder ohne die USA Aufbaumaßnahmen in Middle East vorschlagen und die Kosten anteilig auf die Verursacher verteilen. Großbanken zwingen, Vorkasse zu leisten. Im EU-Team für Middle East einen europäischen Marshallplan samt Roadmap erarbeiten und auf den Tisch legen. Die russische, iranische, und syrische Regierung unter allen Umständen mit einbeziehen. Vorschlagen, die Führungsrolle zu übernehmen. Wenn nötig, „alte Hasen“ mit OSZE/UNO-Erfahrung aus dem Ruhestand reaktivieren. Sämtliche Waffenlieferungen in die Region stoppen. Den Haag einschalten. Souverän handeln. Länder mit europäischen Außengrenzen maximal unterstützen. Flüchtlingslager in Middle East maximal unterstützen. Die wirtschaftliche Stärke des eigenen Landes endlich einmal dazu nutzen, aufrecht zu gehen, statt weiter wie ein Wurm zu kriechen. Wenn die Politische Klasse diesen Weg nicht gehen will: als Bevölkerung den totalen Generalstreik ausrufen und bei Bedarf das politische Berlin vollkommen lahmlegen. Anfangen! Quellen: (1) <http://tinyurl.com/jfcnxrl> (2) <http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/der-marshallplan-european-recovery-program/> (3) <http://mauerfall.berliner-zeitung.de> (4) <http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gastarbeiter-1964-kam-der-einmillionste-nach-deutschland-kommentar-a-990639.html> (5) <http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/daimler-tuerk-treff-sie-haben-ein-kopftuch-ich-hab-ne-glatze-11370731.html> 6)<http://www.nytimes.com/2015/11/27/automobiles/50-years-ago-unsafe-at-any-speed-shook-the-auto-world.html?_r=1> (7) <http://www.nwzonline.de/friesland/blaulicht/junge-maenner-sind-haeufig-viel-zu-schnell-unterwegs_a_1,0,2444686839.html> (8) <http://www.free21.org/wp-content/uploads/2016/01/03-Propagandaschau-Ideologische-Irrwege-TH.pdf> (9) <http://www.onesolutionrevolution.de/in…/interview-mit-kaveh/> (10) <https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M> (11) <http://www.rationalgalerie.de/home/waffenbruder-israel.html> (12) <http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22454> (13) <http://sicht-vom-hochblauen.de/2heikle-themen-zum-schweigen-verdonnert/> (14) <http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/oeffentlich-rechtliche-regie-wer-zur-gewalt-in-koeln-nicht-gefragt-ist-14004450.html> (15) <http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/kolumnen-sendungen/generator/das-islambild-in-deutschen-medien-102.html> (16) <http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/02/10/emma-alice-und-angela/> (17) <http://www.bild.de/politik/ausland/joschka-fischer/joschka-fischer-putin-will-die-weltmacht-35789206.bild.html> (18) <http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7919282/-politische-correctness-verschleiert-die-verhaeltnisse-.html> (19) <http://kenfm.de/6225-2/> (20) <http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/sexmob-koeln-kriminalitaet-strafrecht-fischer-im-recht> (21) <http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/verfassungsschutz-der-vergessene-skandal.html> (22) <http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-gerhard-schroeder-und-stephan-weil-kritisieren-angela-merkel-a-1072127.html> (23) <https://www.youtube.com/watch?v=ydLINQBOF1U> (24) <http://www.derwesten.de/politik/60-millionen-euro-fuer-eine-symbolische-geste-aimp-id11079203.html> (25) <https://www.tagesschau.de/inland/missbrauch-kirche-101.html>
Profilbild von Ken Jebsen

Ken Jebsen

Ken Jebsen (geb. am 29. September 1966) ist Fernseh- und Radiomoderator und seit 2011 als freischaffender Reporter tätig. Deutschlandweit bekannt wurde Jebsen 2011 durch seine Entlassung beim RBB, nachdem er "verschwörungstheoretische Positionen" vertreten hatte und der Vorwurf des Antisemitismus gegen ihn erhoben worden war. Jebsen ist Betreiber des Youtube-Internetkanals KenFM.


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