30 Jan 2017
Wir sind auf die USA nicht angewiesen
Profilbild von Jürgen und Frédéric Todenhöfer

Liebe Freunde, wir tanzen schon viel zu lange nach der Pfeife der USA. Wenn Präsident Trump nun erklärt, in Zukunft kämen die USA in allen Punkten zuerst, kündigt er erstmals ganz offen die Grundlage des 'transatlantischen Bündnisses'. Weil jede Partnerschaft grundsätzlich auf Gleichberechtigung beruht. Wir sollten über diese Ankündigung nicht in Panik verfallen. Sondern gelassen antworten: ''Schade, aber auch darüber können wir reden.'' Unterwürfigkeit erhöht nur die Beißlust. Im Geschäftsleben wie in der Politik.

 

Die USA sind Weltmacht Nummer 1, weil sich die Europäer nach dem Zweiten Weltkrieg fast bedingungslos unterworfen haben. Wegen der damaligen Bedrohung durch die Sowjetunion. Diese Zeiten sind vorbei. Anders als damals gibt es heute Alternativen: Zum Beispiel ein Europa, das sich auf seine eigenen Stärken besinnt. Sowie Zweckbündnisse mit Russland und China. Ohne europäische Partner würde die Macht der USA ganz schön schrumpfen.

 

Der zockende Präsident weiß, wie riskant sein Spiel ist. Unsere Politiker müssen ihm die Konsequenzen seiner Politik unmissverständlich klar machen. Auf Augenhöhe, hart aber fair: entweder gleichberechtigte Partnerschaft oder bye bye America. Es gibt Attraktiveres als eine untertänige Beziehung zu den USA. Sorry Mr. Präsident, aber 'America first' und 'transatlantische Partnerschaft' schließen sich aus.

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Jürgen und Frédéric Todenhöfer

Jürgen Todenhöfer: Jahrgang 1940, war von 1972 bis 1990 CDU-Bundestagsabgeordneter, ab 1973 entwicklungspolitischer, dann rüstungskontrollpolitischer Sprecher der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion. Von 1987 bis 2008 war er Stellvertretender Vorsitzender des Burda-Medienkonzerns, von 2017 bis 2018 Herausgeber der Wochenzeitschrift „Der Freitag“. Seit 2001 ist er als Publizist tätig und zählt zu den schärfsten, konsequentesten, aber auch sachkundigsten Kritikern der westlichen Interventionen im Mittleren Osten. Die Zahl seiner Kritiker stieg und stieg, die Zahl seiner Anhänger auch. Seine in viele Sprachen übersetzten Bücher sind allesamt Bestseller. Frédéric Todenhöfer: Jahrgang 1983, arbeitete nach dem Abitur ein halbes Jahr ehrenamtlich in Afghanistan und war gleichzeitig als Kolumnist für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung tätig. Frédéric Todenhöfer studierte Wirtschaftswissenschaften in New York, ist Musikproduzent und seit 6 Jahren der engste politische Berater seines Vaters. Er verantwortet außerdem dessen Social Media Kanäle auf Facebook und Instagram und begleitet ihn auf Recherche-Reisen in Kriegsgebiete, bei denen er filmt, fotografiert sowie Ereignisse und Gespräche minutiös protokolliert und dokumentiert.

https://juergentodenhoefer.de/
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